Autorin provoziert: Kinderfrei für die Umwelt

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Autorin provoziert: Kinderfrei für die Umwelt

Der Klimawandel ist als Thema in der Mitte der Gesellschaft angelangt. Insbesondere bei den jüngeren Generationen ist ein Umweltbewusstsein aufgekeimt, welches sich in Gegenmaßnahmen wie Müllvermeidung, Fleischreduzierung oder Verzicht auf Flugreisen und Autos äußert. Doch es gibt auch drastischere Formen der Einschränkung, die manche für den Klimaschutz ergreifen. Die deutsche Autorin Verena Brunschweiger (38)  provoziert dieser Tage mit dem Konzept des "Antinatalismus" eine Debatte rund um das Thema Fortpflanzung und Klimawandel. So spricht sich die Nicht-Mutter aus Überzeugung dafür aus, dass es aus ökologischen Gründen ethischer sei, keine Nachkommen in die Welt zu setzen.

Extreme Forderung oder rationales Konzept?

Brunschweiger macht sich für das Konzept der "Kinderfreiheit der Umwelt zuliebe" stark. In ihrem neuen Buch "Kinderfrei statt kinderlos: Ein Manifest" plädiert die Ökofeministin für einen bewussten Verzicht auf Nachkommen als größten persönlichen Beitrag zum Umweltschutz. Die Autorin bezieht sich auf eine Studie, die besagt, dass ein in den Industriestaaten aufgezogenes Kind eine 30 Mal größere Umweltbelastung sei als ein Kind, welches im Subsahara-Afrika zur Welt kommt. Statt einen "neuen Umweltverschmutzer" in die Welt zu setzen, solle man sich lieber selbst verwirklichen.

Aber was, wenn man sich Kinder wünscht? "Wer einen unbezähmbaren Drang hat, sich mit Kindern zu beschäftigen, dem sei auch eines der zahlreichen Ehrenämter ans Herz gelegt, die unmittelbar mit Kindern zu tun haben. Oder ein Pflegekind. Oder eine Adoption", so Brunschweigers Vorschlag aus dem Buch. "Auf diesem Wege lässt sich gleich Mehrfaches erreichen: Man erspart sich die gefährliche Geburt und produziert keinen neuen Umweltverschmutzer, sondern hilft einem, der bereits existiert." Ein provokante Forderung, die naturgemäß auf viel Widerstand stößt.

"Kinderfrei statt kinderlos: Ein Manifest" Büchner Verlag. 16 Euro.
Büchner Verlag © Büchner Verlag

Prämie für Nicht-Mütter gefordert

Brunschweiger begrüßt die Idee der Nachhaltigkeits-Organisation "Club of Rome", die eine Prämie in Höhe von 80.000 Dollar für kinderlose Frauen zum 50. Geburtstag für ihren Klimaschutzbeitrag vorschlägt. Klimaschutz sei ein zutiefst feministisches Thema, da auf Frauen immer noch großer Fortpflanzungsdruck laste. Berufliche Benachteiligung von Müttern und auch ökologischen Folgen der Überbevölkerung stehen diesem gesellschaftlichen Zwang zur Fortpflanzung gegenüber. 

Was sagen SIE?

Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2017 stützt die These von Brunschweiger. An der Universität Lund berechnete man die effektivsten Klimaschutzmaßnahmen: Vegetarische Ernährung, Verzicht auf ein Auto und Flugreisen, und weniger Kinder. Der Verzicht auf Nachkommen spart 58,6 Tonnen CO2 pro Jahr. Doch ist die Kinderlosigkeit ein sinnvolles Konzept für eine alternde Gesellschaft?

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