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72 Schweinegrippe-Neuerkrankungen in sieben Tagen

Die Zahl der Schweinegrippe-Neuerkrankungen ist in Österreich in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Innerhalb von sieben Tagen - von 23. bis 30. Oktober - steckten sich 72 Kinder und Erwachsene mit der neuen A(H1N1)-Influenza an, teilte das Gesundheitsministerium am 30. Oktober mit.

In den Wochen zuvor gab es nur vereinzelte Infektionen, im Schnitt waren ein bis zwei Personen pro Tag betroffen. Zuletzt gab es etwa zehn neue Patienten täglich. Besonders häufig steckten sich in den vergangenen Tagen unter 20-Jährige an: Rund 46 Prozent der neuen Patienten (33) waren zehn bis 19 Jahre alt, der Großteil trat in Tirol auf (20 Fälle). Bei zehn Betroffenen handelte es sich um Babys oder Kinder im Alter von bis zu neun Jahren, sie wurden in Tirol (sieben Fälle) und Wien (drei Fälle) behandelt. Weiters erkrankten neun 20- bis 29-Jährige, sieben 30- bis 39-Jährige und acht 40- bis 49-Jährige. Bei älteren Menschen gab es nur einzelne Infektionen, und zwar bei drei 50- bis 59-Jährigen sowie zwei über 60-Jährigen.

In Tirol - bisher eines der am wenigsten betroffenen Bundesländer - gab es in den vergangenen Tagen die meisten Ansteckungen (36). In Wien traten vergleichsweise nur 16 neue Fälle auf, in Salzburg zehn. In den übrigen Bundesländern erkrankten jeweils ein bis vier Personen.

665 Intensivbetten mit Beatmung verfügbar

In ganz Österreich gibt es in den öffentlichen Spitälern aktuell genau 665 Intensivbetten der Klasse 3, die jeweils mit einer künstlichen Beatmungseinrichtung ausgestattet sind. Diese Daten stammen vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Jedes 20. Spitalbett in Österreich ist ein Intensivbett. Auf insgesamt 48.599 Krankenhausbetten kommen genau 2.218 Intensivbetten, die in vier Kategorien unterteilt werden. Den höchsten Schlüssel hat dabei Wien (rund fünf Prozent), den niedrigsten Vorarlberg (3,6 Prozent).

Von den 2.218 Intensivbetten fallen 665 auf die höchste Klasse (Nummer 3) der Intensivbehandlungseinheiten sowie 376 auf die niedrigere Stufe zwei und 210 auf die Stufe eins. Zusätzlich gibt es 552 sogenannte "Intensivüberwachungseinheiten". Weiters verfügen die Spitäler über 201 Intensivbehandlungseinheiten (Stufe eins) sowie 211 Intensivüberwachungseinheiten für Kinder. Hier wird nur zwischen zwei Kategorien unterschieden.

Die Kosten für alle Intensivbetten betrugen im Jahr 2008 laut Hauptverband 1,03 Milliarden Euro. In Wien gibt es mit 559 die meisten Intensivbetten, gefolgt von Niederösterreich (390) und Oberösterreich (343). Die Steiermark hat 314, Tirol 183 und Salzburg 156 Einheiten. Die wenigsten Betten sind im Burgenland (56), in Vorarlberg (70) und Kärnten (157) verfügbar.

Die Zahl der Schweinegrippe-Todesfälle ist weltweit innerhalb einer Woche um 700 gestiegen. Seit dem Ausbruch der Krankheit im April seien damit mindestens 5.700 Menschen am A (H1N1)-Virus gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation am 30. Oktober in Genf mit. Die meisten Todesfälle habe es mit mehr als 600 in der abgelaufenen Woche in Nord- und Südamerika gegeben, wo damit bisher 4.175 Menschen starben.