7 Tipps für besseres Arbeiten daheim

Home-Office

7 Tipps für besseres Arbeiten daheim

Wenn das gemütliche Zuhause zum Büro wird oder werden muss, ist Weiterbildung in Sachen Gesundheit angesagt! Denn ein unzureichend konzipierter Arbeitsplatz sowie ungewohnte Kommunikations- und Arbeitsstrukturen können Körper, Konzentrationsfähigkeit und Psyche beeinträchtigen. Gewohnte Wege zum Arbeitsplatz, zu Meetings oder zu Kollegen fallen weg. Die für die Gesundheit so essenzielle Alltagsbewegung bleibt damit auf der Strecke. Die neue Gemütlichkeit nimmt zudem Einfluss auf das Ess- und das Pausenverhalten. „Gerade wenn man von zu Hause aus arbeitet“, so Bettina Wittmann, Expertin für New Work & Remote-Arbeit und Verfasserin des Leitfadens „Plötzlich Home Office“, „kann es passieren, dass man sich in einer Art Tunnel befindet und die Zeit vergisst. Das ist zwar normal, aber nicht zwangsläufig gut so! Gehirn und Verstand brauchen zwischenzeitliche Pausen, um runterzuschalten und entspannen zu können, sowie der Magen gefüllt werden möchte.“ Auf diesen Seiten verraten Expertinnen hilfreiche Tipps und Techniken für den gesunden und produktiven Arbeitsalltag im Homeoffice. 

1. Struktur schaffen

Ein strukturierter Tagesablauf schützt vor Ablenkungen und erhöht somit die Produktivität. Abendschichten können somit eher vermieden werden. Bereiten Sie sich auf einen Arbeitstag vor, als würden Sie ins Büro gehen. Starten und beenden Sie die Arbeit zu fixen Zeiten. Tipp: Digital-Detox-Phasen am Feierabend und eine am besten aktive Tätigkeit die Freude macht in einem anderen Umfeld. Arbeit und Privatleben deutlich trennen! 

2. Pausen, Pausen, Pausen!

Bettina Wittmann, Expertin für New Work & Remote-Arbeit, empfiehlt die Pomodoro-Technik: Die Methode des Zeitmanagements verwendet einen Kurzzeitwecker, um Arbeiten in 25-Minuten-Abschnitte zu teilen. In diese Zeit sollen eine (oder mehrere kleine) Tasks ohne Ablenkung absolviert werden. Nach jeder Einheit 5 Minuten pausieren und entspannen (z. B. durch Bewegung). Nach vier Arbeitseinheiten kommt dann eine längere Pause von 25 Minuten. Erfinder Francesco Cirillo verwendet eine Eieruhr in Tomatenform (Anm.: Pomodoro heißt im Italienischen Tomate). 

3. Bewegung zur Routine machen

Wege – z. B. zum Arbeitsplatz oder zu Kollegen fallen im Homeoffice weg. Die ohnehin schon reduzierte Alltagsbewegung droht auf ein Minimum zu schrumpfen. Nutzen Sie Ihre Pausen für Bewegung, z. B. um den Block zum Café – an die 7.000 Schritte sollten es an Tagen ohne Sport werden. 

4. Gesundes Umfeld

Egal, ob Laptop oder Riesenbildschirm: Der obere Monitor-Rand sollte auf Augenhöhe stehen. Bildschirm auch etwas nach oben kippen. Das Gesicht sollte einen Abstand von 45 bis 75 Zentimetern zum Schirm halten. So können Sie das ganze Bild erfassen, ohne dass sich der Kopf drehen muss.

5. Auf den Rücken achten

Um Schmerz & Verspannung vorzubeugen: Setzen Sie auf aktives Sitzen und wechseln Sie wenn möglich zwischen sitzender und stehender Position ab. Eine zurückgelehnte Haltung ist besser als eine schnurgerade. Bewegen Sie sich in jeder Pause (Tipp: Stretching und Kräftigung). Und: Nicht (zu lange) am Smartphone arbeiten! Die unnatürlich geneigte Haltung des Kopfes führt zu Nackenproblemen und damit oft zu Kopfschmerz. 

6. Auf Kalorien und  Ernährung achten

Wichtig für Stressesser. Im Homeoffice kann man nicht nur eine Naschlade, sondern gleich die Küche plündern. Fixieren Sie Essenszeiten, verzichten Sie auf Snacks, setzen Sie auf frische, natürliche Speisen. 

7. Für gutes Klima sorgen

Damit ist nicht nur der respektvolle Umgang mit KollegInnen via Telefon und Mail gemeint. Auch das Raumklima ist von zentraler Bedeutung. Genügend Luftfeuchtigkeit (mind. 45 Prozent) und moderate Temperaturen sind wichtig für Schleimhäute/Immunsystem und beugen dem trockenen Auge vor. Wichtig: Räume nicht überheizen und viel lüften! 

Buchtipp „Home-Office –Erfolgreich von zu Hause arbeiten“ von Rositta Beck. Verlag Junfermann um 17,99 Euro.
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Homeoffice & mentale Gesundheit: Hacks aus der Arbeitspsychologie

Tipps von Mag. Christina Beran, klinische-und Gesundheitspsychologin, Arbeits- und Organisationspsychologin; beran-psychologie.at

Sichtbarer Rahmen 

Richten Sie sich zu Hause einen Arbeitsplatz ein, der auch als dieser für Sie und die mit Ihnen Lebenden und Arbeitenden als solcher erkennbar ist: kein Spielzeug, kein Buch, das Sie abends im Bett lesen … Der Homeoffice-Arbeitsplatz ist für viele von uns eigentlich eine „Arbeitsecke“. Umso wichtiger ist es, deutlich zu signalisieren: Hier wird gearbeitet. Nach der Arbeit sollten Unterlagen auch wieder weggeräumt werden können. Das hilft, zwischen Arbeits- und Nichtarbeitszeit zu trennen. Das ist eine der großen Herausforderungen im Homeoffice.
 

Netzwerk pflegen

Es ist wichtig, mit KollegInnen und Führungskräften in Kontakt zu bleiben. Virtuell muss öfter und klarer kommuniziert werden, da viele Kontaktebenen, die es im persönlichen Gespräch gibt, wegfallen und kompensiert werden müssen. Wenn der persönliche informelle Austausch, das Socializen, das ganz nebenbei im Büro „passiert“, wegfällt, muss es nun bewusst gepflegt werden – bspw. in einer regelmäßig geöffneten „virtuellen Kaffeeküche“. 
 

Fixe Abläufe

Routinen und fixe Abläufe erleichtern das häusliche Arbeitsleben und liefern der eigenen Psyche die notwendigen Elemente Klarheit, Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeit. Dies gilt für die eigene Pausengestaltung ebenso wie für Termine mit KollegInnen und Führungskräften. Regelmäßige Jours fixes bspw. sollten stets verlässlich eingehalten werden und die TeilnehmerInnen pünktlich erscheinen.
 

Meetings timen

Mehrere Videokonferenzen am Stück können anstrengend sein. Viele Reize wie Mimik, Gestik u. v. m. fehlen als Information oder sind schwieriger zu interpretieren, auch der Augenkontakt in einem Videomeeting ist schwerer hinzubekommen. Das verbraucht Energie. Videomarathons sind daher zu vermeiden, Pausen zwischen Meetings im Vorhinein einzuplanen. 
 

Feedbackkultur pflegen

Je transparenter die Organisation und je klarer die Strukturen, umso besser sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kommunikation. Da in virtuell geführten Teams mehr, öfter und aktiver kommuniziert werden muss, spielt eine entsprechende Feedbackkultur für die gelingende Zusammenarbeit eine besonders große Rolle.
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