Weltretter

Um(welt)denken

6 inspirierende Frauen, die die Welt verändern

Weil leere Floskeln nicht reichen.

Diese sechs Frauen engagieren sich, ähnlich wie  Greta Thunberg,  mit Nachdruck und Courage für die Rettung der Welt. Lassen auch Sie sich inspirieren …

Diashow: 6 Frauen, die inspirieren

Insta-Stimme der Vernunft. Mit ihrem Blog „dariadaria“ bewegt die 29-Jährige längst über die Grenzen des Landes: Madeleine Alizadeh ist eine der bekanntesten österreichischen Influencerinnen und das, obwohl sie in ihrer Themenwahl gegen den Social-Media-Mainstream schwimmt. Doch das war nicht immer so – Alizadeh begann ihre digitale Karriere mit einem Lifestyle-Blog. Irgendwann erlitt sie ein Burn-out durch den Druck, der durch Social Media und die Aufrechterhaltung eines vermeintlich perfekten Lebens entstand. Madeleine Alizadeh fand nach einiger Zeit wieder zu sich, verlegte ihren Fokus auf Themen wie Nachhaltigkeit und Achtsamkeit. Jeder ihrer Beiträge enthält Empfehlungen und gelebte Erfahrungen darüber, wie man die Welt ein Stück weit besser, müllfreier, sozialer machen kann, ohne jemals in besserwisserisches Pathos zu verfallen.

Erin Brockovich der 2010er-Jahre. Als LeeAnne Walters auffiel, dass ihre Kinder nach dem Baden ständig rote Pusteln bekamen und die Behörden sich ratlos zeigten, begann sie auf eigene Faust zu ­recherchieren. Dabei brachte die vierfache Mutter einen unglaublichen Skandal in die Medien: Ihre Heimatstadt Flint (Michigan, USA) wollte Geld sparen – wofür Trinkwasser ab dem Sommer 2014 aus einem Fluss abgezapft wurde. Doch die Wasseraufbereitungsanlage konnte das Wasser nicht entsprechend den Trinkwasservorschriften aufbereiten. Das aggressive Wasser löste Blei aus alten Leitungen, weshalb viele Bürger krank wurden. Die Bewohner hatten schon lange geklagt, das stinkende und trübe Wasser löse Hautausschlag, Erbrechen und Haarausfall aus, doch niemand reagierte. Bis heute ist das Problem in der Stadt nicht gelöst, Walters vertritt mittlerweile viele ihrer Mitbürger. Ihr Engagement war dem renommierten Goldman-Umweltpreis 2018 eine Auszeichnung wert.

Kampf für das Klima. Die 25-jährige Neochefin des österreichischen Klimavolksbegehrens ist ein großer Fan von Greta Thunberg. Im Zuge eines UN-Praktikums lernte sie die 16-Jährige beim Klimagipfel im polnischen Katowice kennen und ließ sich von ihr dazu inspirieren, die „Fridays For Future“ nach Wien zu holen. Anfangs protestierte bei den heimischen Klimastreiks nur eine Handvoll Studierende. Doch die Mobilisierung funktionierte: Am 15. März gingen allein in Wien – je nach Zählung – 10.500 bis 30.000 Teilnehmer auf die Straße. Ein unglaublicher Erfolg für Rogenhofer, deren Herz den Demonstrationen zwar weiterhin treu bleibt, die sich nun jedoch verstärkt dem Klimavolksbegehren widmet, wofür demnächst die Unterstützungs­erklärungen gesammelt werden.

Ethik für die Luxusindustrie. Die 49-Jährige engagiert sich seit Jahren im Bereich der Nachhaltigkeit, als Filmproduzentin ­finanzierte sie u. a. die bahnbrechende Dokumentation „The True Cost“, die hinter die Kulissen der glitzernden Modeindustrie blickt. 2007 gründete Firth, die aus Italien stammt und an der Sapienza in Rom studierte, die Beratungsfirma Eco Age, deren Ziel es ist, Produktionsketten nachhaltiger zu gestalten. So brachte sie Chopard zum Beispiel auf die Idee, Schmuck aus „ethischem Gold“ herzustellen. Außerdem ist sie die Begründerin der „Green Carpet Challenge“, im Zuge derer sie sich (gerne auch an der Seite ihres Gatten Colin Firth) auf dem roten Teppich nur noch in Secondhand-, Vintage- oder nachhaltiger Kleidung zeigt.

Alles für die Fisch. Als ehemalige Journalistin versteht es Claire Nouvian, tief in Geschichten einzutauchen. Im Laufe ihrer Karriere verschlug es die gebürtige Französin in das Monterey-Bay-Aquarium (Kalifornien), wo sie ein ­großes Interesse für Tiefseelebewesen entwickelte. Die Neugier schlug in eine politische Mission um, als sie nach zahlreichen Recherchen herausfand, dass die Tiefsee mit all ­ihren Korallen und tierischen Lebensformen durch ­unkontrollierten Fischfang bereits seit 30 Jahren ausgebeutet wird. Als Konsequenz daraus gründete sie die Organisation Bloom, mit der sie ein Verbot der Tiefsee-Schleppnetzfischerei in Europa erwirken konnte. Für dieses Engagement wurde sie 2018 mit dem Nobelpreis in Umweltfragen – dem Goldman-Preis – ausgezeichnet.

Gut gerüstet an vielen Fronten. 2009 übernahm sie die Geschäftsführung von ihrem Vater mit der Vision, die Outdoor-Marke Vaude zu einem durch und durch nachhaltigen Unternehmen zu machen. Fast vollständig setzt die Firma nun auf Ökomaterialien in ihren Produkten. Hosen, Jacken, Rucksäcke und viele andere Teile sind komplett recycelbar und können im Unternehmen repariert werden. Die Produktionsbedingungen im Ausland (z. B. China, Vietnam oder Kambodscha) werden von der Fair Wear Foundation überprüft. Im Hauptquartier in Tettnang (Baden-Württemberg), setzt man auf eine Biokantine, hauseigene Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten – besonders die beiden letzten Punkte hätten zu einer Quote von 40 Prozent Frauen in Führungspositionen beigetragen, ist von Dewitz überzeugt. Sie selbst hat vier Kinder. Außerdem gründete die 46-Jährige die Initiative „Bleiberecht durch Arbeit“, mit der Unternehmer Geflüchteten bei der Integration helfen.