Zwei "Razzies" für Bullock vor möglichem Oscar

Am Vorabend der 82. Oscar-Verleihung ist Hollywoodstar Sandra Bullock zur schlechtesten Schauspielerin des vergangenen Jahres "gekürt" worden. Ihr Auftritt als aufdringliche Verliebte in der Komödie "Verrückt nach Steve" brachte ihr gleich zwei Goldene Himbeeren ("Razzies") ein.

Kurioserweise könnte Bullock einen Tag später auch als beste Darstellerin 2009 ausgezeichnet werden, denn ihre Rolle im Drama "Blind Side - Die große Chance" hatte ihr die erste Oscar-Nominierung eingebracht.

In der Kategorie "Schlechtester Film 2009" musste sich "Verrückt nach Steve" dem "überlauten, überlangen und überdummen" Blockbuster "Transformers: Die Rache" geschlagen geben. Das Actionspektakel von Michael Bay wurde auch für die übelste Regie und das mieseste Drehbuch abgestraft. Nur beim "misslungensten Filmpaar" hatte Bullock - gemeinsam mit Bradley Cooper - wieder die Nase vorn. Den Filmspottpreis für die schlechtesten männlichen Darsteller ernteten die Jonas Brothers für "Jonas Brothers - Das ultimative 3D Konzerterlebnis".

Die "Razzies" wurden heuer zum 30. Mal und daher auch an den schlechtesten Film und die schwächsten Schauspieler des Jahrzehnts vergeben. Einen "Erdrutschsieg" als schlimmstes Machwerk der Dekade errang Roger Christians "Kampf um die Erde" aus dem Jahr 2000, basierend auf dem Roman von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. Der Film war vor fünf Jahren schon zum "schlechtesten Drama der ersten 25 Razzie-Jahre" gewählt worden. Zu den schlechtesten Schauspielern des Jahrzehnts wurden Eddie Murphy und Paris Hilton ernannt.

Der Cineast John Wilson hat die Spottpreise einst als Gegenstück zu den glanzvollen Oscars ins Leben gerufen. Nach Angaben der Veranstalter stimmten diesmal 657 Filmfans in den USA und 19 anderen Ländern ab. Die Gewinner bekommen eine vergoldete Plastikhimbeere, holen sich die Trophäe aber aus verständlichen Gründen selten ab.