Tränen zum Abschied von Mercedes Sosa

Argentinien hat mit Tränen und Musik von der im Alter von 74 Jahren gestorbenen Sängerin Mercedes Sosa Abschied genommen. Am Montag wurde sie zur Einäscherung gebracht, während Passanten vor dem Friedhof in Tränen ausbrachen und andere spontan zu den von Sosa weltbekannten Klassikern tanzten. Schon seit dem Vortag hatten Tausende der liebevoll "Negra" genannten Künstlerin die letzte Ehre erwiesen.

Nach der Aufbahrung im Parlamentsgebäude wurde der Sarg in einem langen Autokorso zum mehrere Kilometer entfernten Friedhof gebracht. Unterwegs säumten zehntausende Menschen die Straßen und klatschten Beifall. Entsprechend des Wunsches von Sosa soll ihre Asche in ihrer Geburtsprovinz Tucumán und der Provinz Mendoza verstreut werden sowie ein Teil in Buenos Aires bleiben.

Sosa, die sich mit ihrer Musik für die Menschenrechte, Demokratie und soziale Gerechtigkeit eingesetzt hatte, war am frühen Sonntagmorgen nach längerer Krankheit an einem Leberleiden gestorben. Der frühere Fußballstar und heutige Nationaltrainer Diego Maradona nannte sie eine "Göttin der Freiheit". Auch Venezuelas linksgerichteter Präsident Hugo Chávez drückte seine Bewunderung für Sosa aus, die sich stets als Kommunistin bezeichnet hatte. Sie habe "Licht in unser Leben gebracht", sagte Chávez.

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner ordnete eine dreitägige Staatstrauer an und kam mit ihrem Mann und früheren Präsidenten Néstor (2003-2007) und einem Teil des Kabinetts an den Sarg, um sichtlich bewegt von Sosa Abschied zu nehmen. Die Familie Sosas zeigte sich tief erschüttert über die Todesnachricht. "Ich kann mir einfach noch nicht vorstellen, wie das Leben ohne sie weitergehen soll", sagte ihr Sohn Sohn Fabián Matus. "Aber sie ist in Frieden gestorben, da bin ich mir sicher. Und sie hat im Leben alles erreicht, wonach sie strebte."

Mehrere von Sosa Künstlerkollegen, darunter Teresa Parodi, Marián und Chango Farías Gómez, Suna Rocha, Angela Irene und Piero, sangen unter Tränen vor dem Sarg einige der Klassiker wie "Luna Tucumana", "Al jardín de la república", "La añera" und "Si llega a ser tucumana", die Sosa weltberühmt gemacht hatte. Auch der Fußball zollte Sosa eine letzte Ehre: alle Spiele begannen am Sonntag mit einer Schweigeminute.