Spießrutenlauf für Michael Jacksons Arzt

Vor den Augen von Michael Jacksons Familie hat sich der ehemalige Privatarzt des Popstars einem Richter in Los Angeles gestellt. Dr. Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er soll dem schlaflosen "King of Pop" am 25. Juni ein Narkosemittel gespritzt haben, das nach dem Befund der Gerichtsmediziner zu dessen Tod im Alter von nur 50 Jahren führte.

Die Eltern, Joe und Katherine Jackson, sowie drei der Geschwister saßen bei der Anhörung mit "steinerner Miene" in der ersten Reihe im Gerichtssaal, schrieb der Internetdienst E!Online. Schon die Ankunft am Los Angeles County Superior Court war für den 57-jährigen Kardiologen zum Spießrutenlauf geworden. Vor dem Justizgebäude in Los Angeles warteten Dutzende aufgebrachte Fans des toten Popsängers auf Dr. Murray. Auf Plakaten und in Sprechchören forderten sie "Gerechtigkeit für Michael", berichtete die "Los Angeles Times". Die Anhänger hatten sogar ein Flugzeug angeheuert, das die Worte "Justice for Michael" in den Himmel über dem Zentrum von Los Angeles "schrieb".

"Alle tun so, als wäre dies ein wichtiger Termin", wunderte sich eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, "dabei handelt es sich um eine reine Routinesache". Tatsächlich wurde bei der vorprozessualen Verhandlung keine Entscheidung getroffen. Richter Michael Pastor beraumte einen weiteren Termin für den 14. Juni an. Dann soll darüber befunden werden, ob und wann es zu einem Prozess gegen Dr. Murray kommt. Zur Debatte stehe auch, ob das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgt und dem Kardiologen ein Berufsverbot für Kalifornien erteilt, berichtete das Internetportal tmz.com. Murray praktiziert seit dem Tod von Jackson zwar nur noch in Texas und Nevada. Seine Anwälte fürchten jedoch, dass beide US-Bundesstaaten folgen würde, sollte Kalifornien ihm die ärztliche Zulassung entziehen.

Dr. Murray hat sich "nicht schuldig" an Jacksons Herzversagen erklärt. Nach Berichten des Internetportals tmz.com vom Wochenende wollen seine Anwälte bei einem Prozess erklären, dass der Popstar sich selbst die tödliche Dosis des Narkosemittels Propofol spritzte. Laut tmz.com wollen Murrays Verteidiger vor Gericht argumentieren, dass ihr Mandant dem Popstar nur eine ungefährliche Dosis Propofol injiziert habe. Als Murray kurz das Schlafzimmer verließ, habe sich Jackson selbst den Rest einer Flasche des Narkosemittels gespritzt.