Bob Marley 1980 bei einem Konzert in München

Rebell und Reggae-Ikone: Bob Marley wäre 65

Zum Rhythmus des Reggae erhob er seine Stimme ebenso poetisch wie kämpferisch gegen das Elend in den Slums von Kingston und die Menschenfeindlichkeit der weißen Oberschicht. "Them belly full, but we hungry" (Ihr Bauch ist voll, aber wir haben Hunger) begehrte er in "War" auf. Am Samstag (6.2.) wäre der jung verstorbene Reggae-Star Bob Marley 65 Jahre alt geworden.

"So lange es noch Menschen gibt, die alles haben, und welche, die nichts haben, so lange sich noch eine Rasse der anderen überlegen fühlt, so lange wird es Krieg geben in dieser Welt", heißt es weiter in dem Song. Lieder wie "Get Up, Stand Up" oder "One Love" wurden dabei vom weißen Publikum gerne als Aufruf an die gesamte Menschheit missverstanden. Tatsächlich richteten sie sich an die von Weißen unterdrückten Schwarzen.

"Meine Musik wird ewig weiterleben", prophezeite Marley, bevor er 1981 gerade 36-jährig in einem Krankenhaus von Miami an Krebs starb. Das mit der Ewigkeit muss sich noch erweisen, aber in der Hit-Liste der am besten verdienenden Toten ist Marley ganz vorne neben Größen wie Elvis Presley und Kurt Cobain dabei. Marley machte auch die "Dread Locks" und die rot-grün-gelben Häkelmützen weltbekannt.

Robert Nesta Marley kam am 6. Februar 1945 in Rhoden Hall auf Jamaika zur Welt. Er war das Kind einer kurzen Beziehung. Ein britischer Marineoffizier machte einer jungen Einheimischen ein Kind und verschwand dann bald aus ihrem Leben. Marley verließ das Dorf, als er 14 war und arbeitete in der Hauptstadt Kingston als Schweißer. 1964 gründete er mit Peter Tosh die Gruppe "The Wailers" (Die Jammerer).

Zehn Jahre beschränkten sich seine musikalischen Erfolge auf Jamaika. Die ersten Songs waren eher Liebeslieder, erst später entwickelte er mit verschiedenen Musikerkollegen den Reggae. Der Welterfolg kam dann erst in den 1970er Jahren mit einer für westliche Ohren gefälligeren, manche sagen weichgespülten, Version des Reggae. Ab da verkaufte Marley Millionen Platten in aller Welt.

Im Dezember 1976 wurde er bei einem vermutlich politisch motivierten Attentat in seinem Haus in Kingston angeschossen. Im Jahr darauf ließ er sich wegen einer Krebserkrankung in Miami operieren. Schon schwer krebskrank suchte er 1981 ein halbes Jahr in einer Krebsklinik am oberbayerischen Tegernsee alternative Hilfe und wurde mit Kräutertees und Körnern behandelt. Als der Tod nahte, wollte Marley zum Sterben in seine Heimat. Aber auf dem Rückweg in die Karibik konnte er bei einem Zwischenstopp in Miami nicht mehr weiterfliegen und starb kurz darauf in einem Krankenhaus.

Marley hinterließ eine größere und nicht genau bekannte Zahl von Kindern mit mindestens acht verschiedenen Frauen, die Rechte an Hunderten von Songs aus seiner kurzen Karriere und ein bis heute ständig wachsendes Millionen-Dollar-Vermögen. Seine Heimatinsel in der Karibik setzte ihm 1990 ein Denkmal: Marleys Geburtstag, der 6. Februar, wird als Nationalfeiertag begangen.