Prinzessin Stéphanie eröffnet Zirkusfestival

Auch Charlene Wittstock war bei der Festveranstaltung erstmals wieder dabei. In den vergangenen Monaten wurde die blonde südafrikanische Ex-Schwimmerin immer seltener an der Seite Alberts gesehen.

Höhepunkt der knapp fünfstündigen Gala war die Preisvergabe für die besten Nummern weltweit. Dieses Jahr nahmen an dem internationalen Wettkampf der Akrobaten, Dompteure und Jongleure rund 150 Künstler aus China, Nordkorea, Amerika und Europa teil. Die viel begehrten Clown-Skulpturen, die Oscars der Zirkusbranche, wurden von Fürst Albert II. sowie Prinzessin Stéphanie und ihrer 15-jährigen Tochter Pauline vergeben - beide im Minirock und auf High Heels.

Insgesamt sorgten bei den 19 Auftritten zwei Goldene, vier Silberne und vier Bronzene Clowns für Nervenkitzel auf dem Seil und in den Lüften. Vor allem die Chinesen gelten als Meisterakrobaten, was sie bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 2008 in Peking unter Beweis stellten. Für ihre waghalsigen Schraubdrehungen und Boden-Sprungkombinationen erhielt die Truppe aus Shandong den Goldenen Clown und minutenlange Ovationen. Sie ist mit 21 Künstlern die größte Zirkustruppe, die das Festival bisher empfangen hat.

Der zweite Goldene Clown ging an den Stardompteur Martin Lacey Junior und seine 13 Raubkatzen. Er ließ die Löwinnen wild übereinander springen und nicht zuletzt auch über sich. Der in England geborene und im Zirkus Krone arbeitende Künstler wurde bereits im Jahr 2000 als 21-Jähriger in Monaco mit einem Silbernen Clown ausgezeichnet.

Erstmals wird das Festival nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Die ARD hat auf die traditionelle Übertragung an Himmelfahrt verzichtet. Als offiziellen Grund gab der Fernsehsender an, das Festival sei nicht mehr spannend und neu genug. Die Festivalleitung vermutet hinter dieser Entscheidung jedoch den Druck von Tierrechtsorganisationen wie PETA, die im Vorfeld des Festivals auch in Monaco demonstrieren wollte. "Zu einem Zirkus gehören aber Akrobaten, Clowns und Tiere", sagte der künstlerische Direktor des Festivals Urs Pilz.

In manchem Zirkus habe es sicherlich Missstände gegeben, man dürfe aber nicht verallgemeinern. Es würden viele Fortschritte gemacht, auch dank der Arbeit von Tierrechtsorganisationen. "Wir haben so strenge Auflagen, dass die uns heute zu Tierschützern machen", sagte Pilz. Auch Prinzessin Stéphanie bedauerte die Entscheidung. "Niemand hat nach der Meinung der Zuschauer gefragt", sagte die Fürstentochter.

Neben atemberaubenden Trapez-Nummern, hochkarätigen Dressurakten mit Elefanten und Seelöwen sorgten auch wieder herrliche Clownsnummern für Stimmung. Das Festival, das noch bis zum 24. Januar dauert, ist seit seiner Gründung im Jahr 1974 durch den gestorbenen Fürsten Rainier III. zu einem gesellschaftlichen Highlight geworden. Mittlerweile zieht es jährlich rund 50 000 Zirkusfans aus der ganzen Welt an, die an ihrem gelb-weißen Zirkus-Schal über ihrer eleganten Abendgarderobe zu erkennen sind.

Das rund 3.800 Plätze fassende Zelt war auch diesmal wieder ausverkauft. Nur zwei Mal fiel das Festival aus: 1982 nach dem tödlichen Unfall der Landesmutter Gracia Patricia und 1991 wegen der Attentatsgefahr während des Golfkriegs. Seit dem Tod Rainiers im April 2005 ist Prinzessin Stéphanie Schirmherrin der Großveranstaltung.

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