Mia Farrow wird 65 Jahre alt

Ihre Rolle in Roman Polanskis "Rosemary's Baby" und weitere Filme mit Woody Allen machten sie zu einer gefeierten Schauspielerin: Am Dienstag (9.2.) wird Mia Farrow, Mutter von 15 leiblichen und adoptierten Kindern und Good-Will-Botschafterin des UN-Hilfswerks UNICEF, 65 Jahre alt.

Eigentlich wollte Farrow Nonne werden. Dann aber heiratete sie 1966 mit gerade 21 Jahren ihr Idol, den 30 Jahre älteren "Blue Eyes" Frank Sinatra. Die Ehe wurde bereits zwei Jahre später wieder geschieden. In zweiter Ehe war sie mit dem Komponisten André Previn verheiratet. Zwölf Jahre spielte Farrow in jedem neuen Woody-Allen-Film die weibliche Hauptrolle und teilte nachts das Bett mit dem "Stadtneurotiker"-Regisseur.

Nach der Trennung von Allen 1982 kämpfte sie auf Messers Schneide um das Sorgerecht für ihre Kinder - und gewann. Gleichzeitig begann sie, sich für die Menschen im umkämpften Darfur und dem benachbarten Tschad einzusetzen. Als Aushängeschild für das Leiden in der sudanesischen Krisenregion förderte der blonde Hollywoodstar den Spendenfluss zugunsten von Hungernden und Kranken.

Farrow, die als poliokrankes Kind ein ganzes Jahr in einer eisernen Lunge verbrachte, setzt sich für ein globales Ende der Kinderlähmung ein. Um ihrer Sorge über das Schicksal von Tausenden und Abertausenden im umkämpften Darfur und Tschad Ausdruck zu verleihen, trat sie im April 2009 in einen mehrwöchigen Hungerstreik, musste aber nach elf Tagen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Sie hatte in bedeutenden Filmen mitgewirkt, als sich 1992 das wahrscheinlich größte Drama ihres eigenen Lebens abspielte. Farrow kam einer Affäre zwischen Allen, ihrem langjährigen Lebenspartner, und ihrer damals 19-jährigen Adoptivtochter Soon-Yi auf die Spur. Die öffentliche Schlammschlacht mit dem Meisterregisseur überschattet seit Jahren ihr öffentliches Bild.

Nach ihrem spektakulären Gerichtsstreit mit Woody setzte Mia ihre Filmkarriere fort, allerdings nur noch auf Sparflamme. 1995 war sie in David Frankels "Miami Rhapsody" zu sehen und 1997 in "Private Parts". Im Frühjahr 2008 kam sie in "Abgedreht" auf die Leinwand, wenige Monate später in "Arthur und die Miniboys 2".

Als Klosterschülerin streng katholisch erzogen, hatte Mia erst relativ spät den Weg in die weite Welt gefunden. Ihre Mutter, die Schauspielerin Maureen O'Sullivan, öffnete ihr den Weg an den Broadway in New York. Bald darauf erhielt sie die Hauptrolle in der Fernsehserie "Peyton Place", die von 1964 bis 1966 ausgestrahlt wurde und sie in ganz Amerika bekannt machte. Nach "Rosemary's Baby" sorgte sie 1973 an der Seite von Robert Redford dafür, dass "Der große Gatsby" ein Kassenschlager wurde. In Robert Altmans zynischem Ehefilm "Eine Hochzeit" von 1978 spielte sie eine unschuldig aussehende Nymphomanin.

Das war auch das Rollenfach, in dem Woody Allen sie 1982 im ersten gemeinsamen Film "A Midsummer Night's Sex Comedy" einsetzte. Die Beiden waren da schon privat verbunden, und in den folgenden Jahren wurde ihre Liebe in US-Medien zur Legende hochstilisiert: Großzügige Apartments auf den gegenüberliegenden Seiten des New Yorker Central Park, Woody als rührender de-facto-Vater und schließlich der gemeinsame Sohn Satchel.

Die Kritiker wurden nicht müde, in jedem neuen Film nach dem Stand der Beziehung zu forschen. "Zelig", "Broadway Danny Rose", "Hannah und ihre Schwestern", "September", "Another Woman" und "New York Stories" zeigten nach ihrer Überzeugung jeweils, ob die Beziehung gerade besonders intensiv war, oder ob der Filmemacher seinen Star erniedrigte.

Ein Allen-Meisterwerk und Mia Farrows bester Film überhaupt war "Alice" (1990), in dem sie eine ähnliche Rolle spielt wie Allen in vielen früheren Filmen als Stadtneurotiker. Der 13. und letzte gemeinsame Film wurde 1992 "Husbands and Wives": Während der Dreharbeiten fand sie Woodys Aktfotos von ihrer Adoptivtochter in seiner Wohnung.