Howard Carpendale will sich nicht treu bleiben

"Es gibt keinen dümmeren Spruch als 'bleib dir treu'. Wenn jemand heute die gleiche Musik wie vor 20 Jahren macht, ist das Stillstand und sinnlos. Ich habe jetzt einen ganz anderen Geschmack als mit 30." Das betonte Howard Carpendale im Interview mit der APA in Wien. Seine neue CD "Stark" (Universal, ab 25. September) spannt den Bogen vom Schlager über Pop zum Disco-Groove.

"Wir waren überzeugt, dass der Zeitpunkt gekommen ist, ein Risiko einzugehen", sagte der 63-Jährige über die Arbeit mit seinem Team an den neuen Liedern. Eigentlich hatte Carpendale nach einer Tournee 2003 seinen Rücktritt erklärt. "Damals habe ich es ernst gemeint", versichert er heute. 2008 kehrte der Sänger schließlich auf die Bühnen zurück und feierte enorme Erfolge - auch mit dem Comeback-Album "20 Uhr 10". Damals "haben wir viel diskutiert, ob die jetzt einen neuen Carpendale oder den alten wollen, den man vor der Pause gekannt hat", so der Entertainer. "Die Platte war dann so eine gemischte Sache." Der nun erscheinende Nachfolger sollte bewusst anders klingen: "Sonst würden die Leute sagen: 'Den Carpendale kenn ich'. Schön, aber nichts Neues." Zum Thema Schlager und dessen Image hat Carpendale seine eigene Meinung: "Wenn ich heute im Radio englische Lieder wie 'My Heart Beats Like A Jungle Drum' höre, ist das Schlager pur! 90 Prozent der englischen Titel sind Schlager in englischer Sprache. Elvis hat auch Schlager gesungen."

Was die Liveshow betrifft, orientiert sich Carpendale, der am 7. Mai 2010 in der Wiener Stadthalle gastiert, an internationalen Vorbildern. "Wir messen uns an Lionel Richie und schauen uns Tina Turner an." Von deutschen Acts gebe es weniger zu lernen: "Manche Kollegen gehen mit ein paar Lampen auf die Bühne und verlangen große Eintrittspreise und verdienen verdammt gutes Geld. Ich investiere pro Abend in Musiker und die Produktion 60.000 bis 70.000 Euro. Das könnten wir leicht auf 40.000 runterschrauben und dann hätten wir 30.000 mehr jeden Abend für uns - aber das ist nicht mein Ding."