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Er war ein "echter Wiener": Götz Kauffmann ist tot

Geboren wurde Götz Kauffmann am 15. Jänner 1949 in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus als Sohn des bekannten Orgelbaumeisters Johann Kauffmann. Von 1964 bis 1968 absolvierte er eine Orgelbaulehre. 1972 schloss er seine Schauspiel-Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar ab. Anschließend war er bis 1977 am Landestheater Salzburg engagiert. Bereits 1970 startete er seine Fernseh-Tätigkeit.

Mit dem "Echten Wiener" avancierte er in den Siebzigern zum Publikumsliebling. Kauffmann wirkte aber auch in Krimi-Produktionen, der "Alpensaga" von Peter Turrini oder - in den Achtzigern - der Serie "Mozart und Meisel" mit. 1992 erfolgte der Startschuss zum "Kaisermühlen Blues". Und auch in "Dolce Vita & Co" war er zu sehen.

Auf das Theater verzichtete Kauffmann jedoch weiterhin nicht. Ab 1977 nahm er immer wieder Engagements am Raimundtheater und am Theater in der Josefstadt an. 1980 spielte er gleich 42 Rollen bei der Wiener Festwochen-Produktion "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus. Er war im Volkstheater, bei diversen Sommerfestivals, im Gloria Theater und in der Wiener Kammeroper zu sehen.

Auch seine kabarettistische Ader kam nicht zu kurz. 1980 wurde von ihm in Wien die "Arge Kabarett" gegründet, 1983 folgte sein erstes eigenständiges Programm - "Götz-Zitate". Seitdem hat Kauffmann im Zuge seiner kabarettistischen Tätigkeit immer wieder mit bekannten Autoren zusammengearbeitet, etwa mit Erika Molny, Wolfgang Teuschl oder Werner Schneyder.

Als Filmschauspieler wirkte Kauffmann darüber hinaus 1978 in "Geschichten aus dem Wienerwald" (Regie: Maximilian Schell) mit. 1979 folgte der Streifen "Car-Napping". Prominent war nicht nur das Gesicht Kauffmanns, sondern auch seine Stimme. Seit 1980 war er als Werbesprecher für Rundfunk und Fernsehen sowie als Synchronsprecher tätig.

Dass es im Leben des Schauspielers nicht nur Höhen-, sondern auch Tiefflüge gab, belegte Kauffmann in seinem Buch "Meine Abrechnung. Zwischen Kaisermühlen Blues und Suff" (Verlag Carl Ueberreuter). Nachzulesen ist dort über Millionenpleiten (1993 und erneut im Jahr 2000 wurden über ihn Konkursverfahren eröffnet), Alkoholexzesse, Depressionen, drei gescheiterte Ehen und einen monatelangen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Der bekennende Freimaurer rechnete in dieser Autobiografie jedoch nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit Kollegen, Wegbegleitern und "sogenannten Freunden" ab.

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