Doherty provozierte mit ungeliebter Strophe

Betrunkener Doherty empörte deutsches Publikum

Die Vita des britischen Rocksängers Pete Doherty ist um einen Skandal reicher: Bei einem live im Radio übertragenen Überraschungsauftritt auf dem Festival des Jugendsenders "on3" im bayerischen Rundfunk stimmte der 30-Jährige offensichtlich betrunken die erste Strophe des Deutschlandliedes an. Das berichtete der Bayerische Rundfunk am Sonntag auf seiner Internetseite.

Das Publikum habe mit Buh-Rufen und Pfiffen reagiert, meldete die Münchner Zeitung "tz". Der Bayerische Rundfunk habe zunächst weder das Konzert noch die Radioübertragung auf dem Sender "Bayern 2" abgebrochen. Erst nach weiteren fünf Liedern sei der für seine Eskapaden bekannte Rocker von der Bühne gebeten worden, schrieb die Zeitung. Der BR hingegen berichtete, die Verantwortlichen der Veranstaltung hätten sich sofort mit dem Management des Musikers beraten und den Auftritt zu dem frühesten möglichen Zeitpunkt beendet.

Die Hymne war von den Nationalsozialisten (1. Strohe: "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt") missbraucht worden. Nach langem Zögern erklärte Bundespräsident Theodor Heuss am 6. Mai 1952 das Deutschlandlied wieder zur Hymne. Es gilt als Nationalhymne - seit 1991 allerdings nur mit der 3. Strophe des Texts und der Anfangszeile "Einigkeit und Recht und Freiheit".