Australien-Besuch nicht einfach für Prinz William

Für Prinz William ist der Besuch in Australien kein Zuckerschlecken: Erst lassen Promi-Reporter wissen, dass der 27-Jährige ihrer Meinung nach seine besten Mannestage schon hinter sich hat, dann diskutieren die Australier ausführlich über die Abschaffung der Monarchie. William selbst ließ sich am Mittwoch allerdings keinerlei Irritation anmerken.

"Das waren Supertage hier in Sydney", meinte er bei einem Barbecue. "Deshalb will ich hier ein Haus kaufen - wer was anzubieten hat, sollte sich melden", sagte er.

Die Chefredakteurin der Frauenzeitschrift "Women's Weekly" findet, der Lack sei ab beim Zweiten in der britischen Thronfolge. "William ist ein reizender junger Mann und wird wahrscheinlich ein hervorragender König, aber die von Promis besessene Öffentlichkeit erwartet heute ein bisschen Glanz", schrieb Helen McCabe. "William hat zuletzt mit 16 Glanz versprüht." Auch die Reporterin der Promi-Zeitschrift "Hello" war nicht beeindruckt. "Mit 18 war er göttlich, mit 22 nicht schlecht", schrieb sie - jetzt sei er nur noch ein blasser Prinz mit Ansatz zur Glatze.

Während der Royal sich in der Gastfreundschaft der Australier sonnte, wetzten die überzeugten Republikaner die Messer. Zu ihrem Leidwesen ist Königin Elizabeth von England nach wie vor Staatsoberhaupt der einstigen Kolonie - ein Amt, das William nach seinem Vater eines Tages erben könnte. "Wir brauchen einen Australier an der Spitze unseres großartigen Landes", meinte Grünen-Chef Bob Brown. Bei einem Referendum 1999 hatte sich zwar eine knappe Mehrheit dafür ausgesprochen, der Queen die Staatsspitze zu lassen, doch rüsten die Republikaner zur neuen Schlacht. Williams Gastgeberin am Mittwoch, die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales Kristina Keneally, verlangte eine neue Volksabstimmung.

Immerhin ist William in Australien beliebter als sein Vater. Bei einer Umfrage vor seiner Ankunft meinten 58 Prozent der Befragten, sie sähen lieber ihn als Charles auf dem englischen Thron. Und der fesche Prinz hat natürlich immer noch Fans auf dem fünften Kontinent: "Wir glauben an die Monarchie. Er ist ein echter Gentleman", schwärmte Margaret Adams, die hoffte, einen Blick auf William zu ergattern.