Irmgard Griss im Talk

"Vorbilder machen Mut"

Irmgard Griss im Talk

Derzeit genießt sie noch ihre letzten, wohlverdienten Urlaubstage, bevor es wieder zurück ins Land geht, um sich ihrer und Österreichs politischer Zukunft zu widmen – Irmgard Griss, die unabhängige Bundespräsidentschaftskandidatin, der 18,5 Prozent der WählerInnen ihre Stimme anvertraut haben, macht wieder von sich reden. 2016 war ihr Jahr – und das bereits nach sechs Monaten. Aus diesem Grund ist die ehemalige OGH-Präsidentin auch für den Leading Ladies Award in der Kategorie „Politik“ nominiert. Denn wer, wenn nichts sie?

Nach der Wahl ist vor der Wahl – auch für Irmgard Griss, über deren weitere Pläne bereits fleißig gemunkelt wird.  So soll es zwischen ihr und Neos-Chef Matthias Strolz Gespräche gegeben haben, die eine neue Art politischer Bewegung in Richtung Nationalratswahl 2018 andeuten. Im MADONNA-Talk hält sie sich zu ihren Ideen noch bedeckt, verrät aber, was für sie eine echte Leading Lady ist, spricht über Kritik und den Unterschied zwischen „weiblicher“ und „männlicher“ Politik.

Sie urlauben gerade am Meer, wie nützen Sie die freie Zeit, wie schalten Sie ab?
Irmgard Griss
: Mit Schwimmen und Lesen.


Was steht derzeit auf der Leseliste?
Irmgard Griss:
Mit in den Urlaub genommen habe ich Michael Hampes Die Lehren der Philosophie und Johannes Heinrichs Revolution der Demokratie. Das Buch von Johannes Heinrichs wurde mir empfohlen, auf das Buch Die Lehren der Philosophie wurde ich durch einen Artikel aufmerksam, den Michael Hampe in der Zeit veröffentlicht hat. Beide Bücher eröffnen ganz neue Blickwinkel und sind deshalb für mich von besonderem Interesse.


Was bedeutet es Ihnen, für den Leading Ladies Award, einen Preis von Frauen für Frauen nominiert zu sein?

Irmgard Griss:  Ich sehe das als große Auszeichnung und freue mich sehr.


Was definiert für Sie eine wahre Leading Lady?
Irmgard Griss: 
Eine Frau, die weiß, was sie will, und das auch umsetzt.

Wer sind Ihre Leading Ladies im Leben, wer sind Ihre Vorbilder? Warum ist es so wichtig, solche Menschen zu haben?
Irmgard Griss:  Ganz wichtig war für mich Simone de Beauvoir. Als ich als junge Frau Das andere Geschlecht gelesen habe, war das eine Art Erweckungserlebnis. Auch später bin ich immer wieder Menschen begegnet, die mich beeindruckt haben und meine Vorbilder waren. Vorbilder machen Mut und spornen an.


Noch ist nichts offiziell, aber es wird darüber gemunkelt, dass Sie der österreichischen Politik erhalten bleiben werden.Wann genau werden Sie denn Ihre neuen Pläne bekannt geben?

Irmgard Griss:  Noch vor dem Sommer, Ende Juni oder Anfang Juli.


Was ist Ihre Motivation, sich auf diesem Gebiet zu engagieren?

Irmgard Griss:  Ich stehe zu dem, was ich im Bundespräsidentschaftswahlkampf immer wieder betont habe: Wir brauchen einen neuen politischen Stil, eine Politik, geprägt von Ehrlichkeit, Mut und Verantwortung. Zu einer solchen Erneuerung möchte ich einen Beitrag leisten.


In der Politik macht man sich schnell angreifbar, wie gehen Sie mit Kritik um?
Irmgard Griss:  Wenn sie konstruktiv ist, nehme ich sie ernst; wenn nicht, lasse ich sie nicht an mich herankommen.


Wie kommentieren Sie den Regierungseinstieg und die ersten Amtshandlungen von Neo-Kanzler Christian Kern?
Irmgard Griss:  Die Aufbruchsstimmung ist sehr positiv; hoffen wir, dass den Worten auch Taten folgen.


Was ist denn Ihre Vision für ein florierendes Österreich?
Irmgard Griss:  Ein Land des sozialen Ausgleichs und des Miteinanders. Ein Land, das gut regiert und gut verwaltet wird. Ein Land, in dem wir uns geborgen fühlen.


Sind Sie als höchst erfolgreiche Frau jemals persönlich an die sogenannte „gläserne Decke“ gestoßen?
Irmgard Griss: 
Nein, denn als Präsidentin des Obersten Gerichtshofs hatte ich die höchste Funktion in der ordentlichen Gerichtsbarkeit inne. Mittlerweile kommt es in der Justiz immer häufiger vor, dass auch Frauen Führungspositionen erreichen.

Denken Sie, dass es einen Unterschied zwischen „weiblicher“ und „männlicher“ Politik gibt?
Irmgard Griss: Meiner Erfahrung nach gelingt es Frauen eher, sich in andere hineinzuversetzen. Sie sind auch stärker sachorientiert. Das zeigt sich schon darin, dass es Frauen mehr darum geht, eine Aufgabe gut zu erfüllen, als eine bestimmte Position zu erreichen und Karriere zu machen. Das ist in der Politik nicht anders als sonst im Leben.

MEHR zum Leading Ladies Award und zum Voting finden Sie hier!

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