Sylvie Meis im MADONNA-Talk

"Frauen sollten zusammenhalten"

Die meisten kennen Sylvie Meis als Moderatorin und Model, doch die attraktive 38-Jährige ist nicht nur mit den schönen Seiten des Lebens gut vertraut. Ihren schwersten Kampf hatte Sylvie 2009 im Krankenhaus, als sie erfuhr, dass sie an einer schweren Krankheit leidet. Diagnose: Krebs. Doch die ehemalige Spielerfrau gab nicht auf. Sie kämpfte hart – für ihre Familie, für ihr Kind, für sich selbst. Letztendlich gewann sie gegen das Leiden und nahm die Zügel ihres Lebens wieder fest in die eigene Hand.    

Wieder ganz oben. Jetzt ist Sylvie in den TV-Olymp zurückgekehrt. Verdient holte sie sich in der Kategorie „TV & Entertainment“ den Leading Ladies Award 2016. MADONNA traf die hübsche Lebenskünstlerin zum privaten Gespräch.

Sie sind eine echte Leading Lady – sind Frauen grundsätzlich stärker als Männer?
Sylvie Meis:
Oh ja (lacht). Natürlich soll man nicht verallgemeinern. Aber ich denke, dass Frauen richtig stark sind. Es gibt Männer, die sind in ihrem Beruf stark, aber wenn sie mal eine Krankheit haben oder nur einen Schnupfen, dann sind sie weg. Im Gegensatz dazu sind wir Frauen viel härter. Wir kämpfen auf allen Fronten – als Mutter, als Mensch, im Beruf. Ich denke, Frauen haben das Talent, vieles gleichzeitig zu machen und auch zu schaffen.  Das ist Multitasking auf höchstem Niveau. Auch, weil wir es müssen.


Sollten Frauen mehr zusammenhalten, um gemeinsam mehr bewegen zu können?
Meis:
Auf jeden Fall. Ich finde es immer noch erstaunlich, dass es Frauen gibt, die andere Frauen ständig kritisieren. Wenn man erfolgreich ist, dann fragt man sofort nach. Hat sie denn so z. B. genug Zeit für ihr Kind? Bei erfolgreichen Männern stellt man diese Frage nie. Das ist irgendwie unfair. Ich finde es wirklich schade, dass Frauen anderen Frauen es so schwierig machen und so gemein zueinander sein können, anstatt ein Anker zu sein. Wir sollten uns gegenseitig unterstützen. Wie die Männer es tun. Die haben ihre Codes. Darum sind sie so stark, weil sie zusammenhalten.


Sie haben schon mehrmals Ihre Stärke bewiesen, besonders nach Ihrer Krebserkrankung. Gleich danach bekamen Sie das erste Mal den Leading
Ladies Award …  
Meis:
Ich kam gerade aus meinem schrecklichen Kampf mit dem Krebs und hatte mein Comeback im deutschen Fernsehen, damals habe ich den 2. Platz bei Let’s dance erreicht. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich bei der Gala damals mit kurzen Haaren auf der Bühne stand. Dieser Preis hat mir sehr viel bedeutet – bis heute noch. Umso schöner ist es nach diesem Weg zurück, ihn nochmal zu erhalten.


Haben Sie ein Beauty-Geheimnis? Außer viel Wasser?
Meis:
Ich weiß, das ist ein Klischee: Aber frau muss einfach diszipliniert sein. Jeden Tag trainieren, wenn man kann. Falls nicht, wenigstens fünf Mal die Woche. Gesunde Ernährung ist sehr wichtig: wenig Salz, wenig Fett, wenig Kohlenhydrate essen.


Verzichten Sie bewusst auf bestimmte Nahrungsmittel?
Meis:
Wenn ich zum Beispiel ein großes Shooting habe, dann ja. Meistens beginne ich dann mein Training ein Monat davor. Aber ich bin trotzdem ein Lebensgenießer. Ich versuche, für mich Regeln aufzustellen. Nur einmal in der Woche esse ich Pommes oder Schokolade. Sechs Tage verzichte ich lieber drauf.


Wie kämpft man sich zurück? Was für einen Tipp würden Sie anderen Frauen geben?
Meis:
Für mich war es wichtig, im Leben zu bleiben. Keine Pause zu machen. Mitten im Leben zu stehen. Wenn ich da aufgehört hätte, dann weiß ich nicht, ob ich es geschafft hätte. Die Stärke, die mir meine Familie gegeben hat, die Liebe meines Kindes und meiner Freunde – diese Kombination war meine Strategie. Ich wollte mein Leben nicht verlieren. Meine Haare, OK, aber nicht mein Leben und auch nicht meinen Spaß am Leben.

Interview: Dora Varro

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