Tropa De Elite

Der brasilianische Polizei-Thriller "Tropa De Elite" hat bereits bei der Berlinale 2008 den Goldenen Bären gewonnen. Regisseur Jose Padilha prangert darin auch die staatliche Gewalt und Korruption an. Wegen der Folterszenen war Padilhas Spielfilmdebüt über eine Spezial-Einheit der Militärpolizei in Rio de Janeiro umstritten. Sie kämpft auch mit illegalen Mitteln gegen die brutale Drogenmafia.

Captain Nascimento (Wagner Moura), Chef des BOPE, der Elitetruppe der brasilianischen Militärpolizei, ist am Ende. Immer häufiger überfallen den Polizisten während seiner Einsätze im Kampf gegen den Drogenhandel Panikattacken. Die brutalen Einsätze in den Elendsvierteln von Rio de Janeiro übersteht der Offizier nur mit Hilfe von Beruhigungsmitteln. Seine Frau erwartet ein Kind und drängt ihren Mann, seinen gefährlichen Job aufzugeben. Seine Entlassung, die Nascimento einreicht, wird ihm allerdings nur gewährt, wenn er einen würdigen Nachfolger präsentieren kann. Die befreundeten Polizisten Neto (Caio Junqueira) und Matias (André Ramiro) leiden unter der Korruption in ihren Einheiten und bewerben sich beide für den Posten. Einer von ihnen soll Nascimentos Nachfolger werden. Das entscheidet sich in einem extrem harten Auswahlverfahren, in dem die Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft werden.

Durch seinen mitleidslosen, schockierenden Blick auf die Realität zieht der Film den Zuschauer in den Bann. Die furios geführte Kamera schaut bei den fast dokumentarischen Szenen nie weg. Hauptfigur ist ein an seiner Arbeit zweifelnder Polizei-Kommandant, der dem Teufelskreis aus Bestechung, Gewalt und Mord entkommen will. Schon vor dem Kinostart von "Tropa De Elite" ("Elite Squad") sollen in Brasilien rund 12 Millionen Menschen den Film als illegal auf DVD gebrannte Raubkopie gesehen haben.

Sowohl in seiner Heimat Brasilien als auch auf der Berlinale sorgte der Film für kontroverse Diskussionen. Gedreht wurde an Originalschauplätzen. Dabei geriet das Filmteam auch selbst in Gefahr. Der im Jahr 1997 spielende Film zeigt, wie Mitglieder der Elite-Truppe Batalhao de Operacoes Policiais Especiais (BOPE) Verdächtige foltern. BOPE-Polizisten wollten den Film deshalb verbieten lassen, wie Padilha berichtete.

Kritiker warfen dem Regisseur wegen der ausufernden Gewaltszenen faschistoide Tendenzen vor. "Mein Film zeigt, wie es zu der extremen Gewalt kommt. Er zeigt es, um es zu kritisieren. Wir verherrlichen nichts", sagte Padilha beim Filmfestival. "Wenn du dich in Rio entscheidest, dich nicht bestechen zu lassen, entscheidest du dich für den Krieg. Wenn die Dealer wissen, dass du keine Abmachungen mit ihnen triffst, schießen sie auf dich. Und du bekommst Ärger mit korrupten Polizisten."