Werner Herzog sieht Berlinale im Aufwind

Berlinale-Jurypräsident Werner Herzog sieht das Festival im Aufwind. "Das hat sich richtig, richtig gut entwickelt hier", sagte Herzog kurz vor Beginn der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Es gebe ja nur drei große Festivals weltweit, fügte Herzog mit Blick auf Cannes und Venedig hinzu. Der Regisseur leitet die Jury, die über den Goldenen und die Silbernen Bären entscheidet.

Der 67-jährige Herzog hat ebenfalls gute Erinnerungen an die Berlinale, gewann er doch 1968 für sein Spielfilmdebüt "Lebenszeichen" den Silbernen Bären für den besten Erstlingsfilm. Damals mietete Herzog ein Neuköllner Kino, um dort Berlinale-Filme zu zeigen. Ihn freut es, dass sich die Festspiele seitdem immer mehr dem Publikum geöffnet haben. Was einen guten Film ausmacht, will Herzog nicht klar definiert wissen. "Das bleibt immer ein Rätsel."

Oscarpreisträgerin und Co-Jurorin Renee Zellweger gestand indes, dass sie furchteinflößende Filme liebe. "Was mir gefällt, das sind diese Filme, die wirklich eine Herausforderung stellen, die Angst machen, denn sie machen den größten Eindruck", sagte der Hollywoodstar. "Ich freue mich darauf, die Filme zu sehen und mich daran zu erinnern, warum ich eigentlich das Kino so mag." Die Einladung zur Jury sieht sie als Ehre. Und: Jede Ausrede sei gut, um nach Berlin zurückzukommen, sagte Zellweger, die auf dem Podium neben Jurypräsident Werner Herzog saß, den sie "Wörner" nennt. Bei den Internationalen Filmfestspielen war sie als Schauspielerin bereits mit "Chicago" und "In Cold Mountain" zu Gast.

Schauspielerin Cornelia Froboess, in den 50er Jahren ein Kinderstar ("Pack die Badehose ein") und heuer ebenfalls in der Jury, war zuletzt 1982 mit dem Fassbinder-Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" im Festival vertreten. Sie gehe "ganz unschuldig" in die Vorstellungen. "Das heißt nicht, dass mir alles gefällt." Ob sie bei der Premiere des Festivals vor sechs Jahrzehnten dabei war, weiß die 66-Jährige nicht mehr. Zur Jury gehören außerdem die Oscarpreisträgerin Renée Zellweger, der spanische Produzent Jose Maria Morales, die italienische Filmemacherin Francesca Comencini, der somalische Schriftsteller Nuruddin Farah und die chinesische Schauspielerin Yu Nan.

INFO: http://www.berlinale.de