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Türkischer Film triumphiert bei 60. Berlinale

Nach 46 Jahren gewann damit erstmals wieder ein Film aus der Türkei einen Goldenen Bären. "Honig" ist nach "Milch" und "Ei" der Abschluss einer autobiografisch geprägten Trilogie über Yusuf als kleinen Jungen, Studenten und alten Mann. In dem ganz ohne Musik gedrehten "Honig" spielt die Natur eine der Hauptrollen. Traumwandlerisch schöne, ruhige Bilder zeigen den Kosmos des Kindes, seine Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste.

Roman Polanski konnte seinen Regiepreis wegen seines Hausarrests in der Schweiz nicht selbst abholen. Stattdessen nahmen die Produzenten den Preis entgegen und richteten eine Botschaft von Polanski aus: "Selbst wenn ich gekonnt hätte, wäre ich nicht gekommen. Denn als ich das letzte Mal zu einem Festival gekommen bin, um einen Preis entgegenzunehmen, bin ich im Gefängnis gelandet." Polanski droht in den USA ein Prozess wegen Vergewaltigung.

Die mit drei Koproduktionen im Wettbewerb vertretenen Österreicher gingen bei den Hauptpreisen leer aus. Weder die viel gelobten Filme "Der Räuber" und "Auf dem Weg" noch der umstrittene Beitrag "Jud Süß - Film ohne Gewissen" konnten die Jury um Werner Herzog und Renee Zellweger überzeugen. Auch den für möglich gehaltenen Darstellerpreis für Andreas Lust als Marathon laufender Bankräuber gab es nicht. Stattdessen wanderten die Schauspielerpreise nach Japan und Russland. Als beste Darstellerin erhielt die Japanerin Shinobu Terajima ("Caterpillar") einen Silbernen Bären, als beste Darsteller wurden die Russen Grigori Dobrygin und Sergej Puskepalis ("How I Ended This Summer") gewürdigt.

20 Filme aus aller Welt waren in der offiziellen Bären-Konkurrenz. Den Großen Preis der Jury erhielt der Rumäne Florin Serban für das Jugenddrama "Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich". Der Film wurde außerdem mit dem Alfred-Bauer-Preis gewürdigt. Für seine Kameraführung in "How I Ended This Summer" erhielt Pavel Kostomarov einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung. Und den Preis für das beste Drehbuch gab es für den chinesischen Regisseur Wang Quan'an, der mit seiner Tragikomödie "Tuan Yuan" (Getrennt zusammen) die Berlinale eröffnet hatte.

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