Tilda Swinton kommt zur Berlinale

Tilda Swinton und Spike Jonze bei 60. Berlinale

Vergangenes Jahr war sie die Präsidentin der Berlinale-Jury. Und auch 2010 wird Tilda Swinton bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin (11. bis 21. Februar) dabei sein. Zum Auftakt der Reihe "Kulinarisches Kino" zeigt die britische Schauspielerin gemeinsam mit Regisseur Luca Guadagnino den Film "Io Sono LAmore" (Ich bin die Liebe).

Swinton tritt darin als Russin auf, die in eine reiche Mailänder Familie einheiratet. Passend zum Titel der Reihe "Food for Love" spielten Lebensmittel, die zum Liebesmittel taugen, in dem Melodram eine entscheidende Rolle, teilte das Festival am Mittwoch mit. Zur Berlinale-Reihe für Kinder und Jugendliche wird US-Regisseur Spike Jonze erwartet, der gerade mit seiner Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers "Wo die wilden Kerle wohnen" viel internationales Lob einheimste. Im Kurzfilmwettbewerb der Berlinale-Sektion "Generation" zeigt Jonze mit seinem neuesten Werk "I'm Here", dass auch Roboter leidenschaftlich lieben können. Im "Generation"-Programm laufen 56 Kurz- und Langfilme, darunter auch der österreichische Beitrag "La Pivellina" von Tizza Covi und Rainer Frimmel. "Es gibt nicht die eine Kindheit oder Jugend, und es gibt viele Wege, einen Film darüber zu machen", sagte Sektionsleiterin Maryanne Redpath.

Bereits zum vierten Mal bietet Berlinale-Direktor Dieter Kosslick dem Publikum Kulinarisches Kino. Gezeigt werden elf Filme über die Beziehung des Essens zur Liebe, Natur und Umwelt. Nach der Vorstellung servieren Köche jeweils ein Menü, das von den Filmen inspiriert ist. "Das Konzept der Reihe hat sich bewährt", sagte Kosslick. "Wir zeigen Filme, die Appetit machen, und kochen dazu. Wir zeigen aber auch Filme, die den Appetit verderben, Filme, die die Augen öffnen für die katastrophale Lage der Ernährung in der Welt."

Wenig anfangen kann unterdessen offenbar der Vorsitzende der heurigen Berlinale-Jury, Werner Herzog, mit den Filmfestspielen. "Man darf Festivals nicht überschätzen, sie haben keine wirkliche Bedeutung", sagte er in einem Interview mit der Zeitschrift "Vogue". Für ihn sei die Berlinale, bei der er 1968 den Silbernen Bären für das beste Regiedebüt gewann, immer nur "eine Plattform" gewesen, um seine Filme zu zeigen. "Sonst hatte ich keine großen Erwartungen. Der Preis hatte keine besondere Bedeutung."

Berlinale-Chef Dieter Kosslick musste all seine Überredungskunst einsetzen, um den Erfolgsregisseur für den Jury-Vorsitz zu gewinnen. "Eigentlich habe ich für die Berlinale gar keine Zeit. Das wird ein richtiger Slalomlauf, um das alles zu schaffen", so Herzog. "Das Schöne bei Festivals ist, dass auf einmal ein Film aus Litauen oder Taiwan auftaucht und alles andere überstrahlt." Er selbst schaue aber nur sehr ungern Filme: 2009 habe er überhaupt nur zwei gesehen - "und die waren so schlecht, dass ich sie besser nicht nenne."

INFO: http://www.berlinale.de