Film nur zwei Wochen in den Kinos

"This Is It" als letzter großer Jackson-Auftritt

Es wird der letzte große Auftritt von Michael Jackson. Am Mittwoch (28. Oktober) läuft weltweit der mit Spannung erwartete Dokumentarfilm "This Is It" über die letzten Monate des "King of Pop" an. Vielerorts sind die Karten schon lange ausverkauft.

Aus mehr als 100 Stunden Videomaterial von den Proben für die geplanten Comeback-Konzerte in London haben die Macher ein Porträt zusammengestellt, das den legendären Musiker für seine Fans noch einmal lebendig machen soll.

"Es ist ein sehr privater, exklusiver Einblick in die Welt eines kreativen Genies", sagt Regisseur Kenny Ortega (59), der als Direktor für die Londoner Konzerte eng mit Jackson zusammenarbeitete.

Der Film zeigt den Sänger nicht nur auf der Bühne, sondern vor allem hinter den Kulissen - bei der akribischen Arbeit an einer Show, die nach zwölf Jahren Tourneepause zugleich das spektakuläre Comeback wie auch der endgültige Abschied des einstigen Superstars werden sollte. "Es ist ehrlich, echt und unverstellt bis zum Tag seines Todes", versicherte Ortega kürzlich der "New York Times".

Der Sony-Konzern, der die Rechte an dem Videomaterial für stattliche 60 Millionen Dollar (40 Mio. Euro) gekauft hat und zeitgleich auch ein Album herausbringt, fährt für die Vermarktung eine ungewöhnliche Strategie: Anders als sonst gab es keine Testläufe mit einem Probe-Publikum, Kritiker bekamen den Film zuvor nicht fertig zu Gesicht, lediglich im Internet gab es einige Vorab-Häppchen. Von Mittwoch an soll die Dokumentation dann in 18.000 Kinos weltweit zu sehen sein. Allerdings nur für zwei Wochen.

Zum Auftakt ist am Dienstagabend (Ortszeit) eine Galapremiere im Nokia Theater in Los Angeles geplant. Zeitgleich soll es auch in rund 15 anderen internationalen Metropolen eine Sondershow mit prominenten Gästen geben.

Sony hofft bei dem kostspieligen Projekt laut US-Medienberichten auf Einnahmen von 250 Mio. Dollar (166 Mio. Euro) allein in den ersten fünf Tagen. Und tatsächlich ist der Ansturm groß. In Los Angeles campierten zu Beginn der Kartenvergabe am 27. September rund 300 Leute mit Schlafsäcken und Luftmatratzen auf der Straße, um als erstes Tickets zu bekommen.

Inzwischen sind in den USA mehr als 1.600 Vorstellungen ausverkauft. Dennoch muss sich erst zeigen, ob die Rechnung aufgeht: Musikfilme gelten nicht gerade als Paradebeispiel für Blockbuster.

Vier Fünftel des Streifens, so schätzen Experten, zeigen Jackson singend und tanzend. Die Themen, die seit seinem überraschenden Tod am 25. Juni für Schlagzeilen gesorgt haben, dürften kaum anklingen: seine Medikamentensucht, sein Herztod nach der Überdosis eines Narkosemittels und sein zunehmend skurriles Verhalten nach den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs, die 2005 mit einem Freispruch endeten.

Stattdessen zeichnen die Wegbegleiter seiner letzten Monate das Bild eines dynamischen, quirligen und voller Energie sprühenden Künstlers, der jedes Detail seiner Show bis ins Kleinste selbst gestalten wollte. "Sogar die Tickets hat er selbst entworfen", berichtete Choreograph Travis Payne. Die "Los Angeles Times", die als eine der ganz wenigen Ausschnitte des Materials sehen durfte, schrieb kürzlich, Jackson sei in dem Film vieles: ein mutiger Modemensch, ein herrischer Befehlshaber und ein kreativer Kopf - "aber nicht ein sterbender Mann".