Spannung vor Golden Globes am Sonntag

Gute Chancen auf einen "Golden Globe" haben diesmal auch zwei Österreicher: Regisseur Michael Haneke rittert mit "Das weiße Band" um die Trophäe für den besten nicht-englischsprachigen Film. Und Schauspieler Christoph Waltz tritt in der Kategorie der besten Nebendarsteller u.a. gegen Woody Harrelson und Matt Damon an.

Mit insgesamt sechs Nominierungen wird der Film "Up In The Air", in dem Hollywood-Herzensbrecher George Clooney einen beinharten Geschäftsmann spielt, als größter Favorit in die Verleihung der zweitwichtigsten US-Filmpreise nach den Oscars gehen. Zu den weiteren Favoriten zählen das starbesetzte Musical "Nine" mit fünf Nominierungen sowie - mit je vier Nominierungen - das rekordträchtige Science-Fiction-Spektakel "Avatar" von James Cameron und die blutrünstige Kriegsgroteske "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino.

Im Gegensatz zur Oscar-Verleihung gibt es bei den "Golden Globes" eine Trennung der Königskategorien in Drama und Komödie/Musical. Für den besten "seriösen" Film sind neben "Up In The Air" von Jason Reitman, "Avatar" und "Inglourious Basterds" auch der Irakkriegsfilm "The Hurt Locker" von Kathryn Bigelow und "Precious" von Lee Daniels nominiert. In der Kategorie "Komödie/Musical" versuchen "(500) Days Of Summer", "The Hangover", "It's Complicated" und "Julie & Julia", dem Musical "Nine" seine Favoritenposition streitig zu machen.

Mit den Nominierungen von Hanekes Film, einer schwarz-weißen Parabel über die Ursprünge der Gewalt, und des Schauspielers Christoph Waltz orientierte sich die Golden-Globe-Jury an den Preisentscheidungen der Filmfestspiele von Cannes. Die überwiegend deutsch finanzierte Koproduktion "Das weiße Band" hatte dort im Mai die begehrte "Goldene Palme" als bester Film erhalten, Waltz wurde als bester Darsteller für seine Rolle als charmant-bösartiger Nazi-Offizier in "Inglourious Basterds" geehrt.

Während die Nebendarsteller in einer Gesamt-Kategorie vergeben werden, gilt auch für die Hauptdarsteller die Aufteilung in Drama und Komödie/Musical. Bei den Männern gelten George Clooney ("Up In The Air"), Colin Firth ("Single Man") und Morgan Freeman ("Invictus") bzw. Robert Downey Jr. ("Sherlock Holmes"), Daniel Day Lewis ("Nine") und "Michael Stuhlbarg ("A Serious Man") als favorisiert. Bei den Frauen konkurrieren Emily Blunt ("The Young Victoria"), Helen Mirren ("The Last Station") und Gabourey Sidibe ("Precious") bzw. Marion Cotillard ("Nine") und - gleich doppelt - Meryl Streep ("It's Complicated", "Julie & Julia").

Ob es heuer den ebenfalls zweifach nominierten Darstellern Sandra Bullock (beste Hauptdarstellerin in beiden Kategorien für "The Blind Side" und "The Proposal") und Matt Damon (bester Hauptdarsteller/Komödie für "The Informant" und bester Nebendarsteller für "Invictus") gelingen wird, den letztjährigen Coup von Kate Winslet mit zwei Auszeichnungen zu wiederholen, wird sich erweisen. Ebenso, ob nach "Waltz With Bashir" von 2009 auch 2010 einmal "Waltz" - mit dem Vornamen Christoph - auf der Gewinnerliste aufscheinen wird.

Der Cecil B. Demille Award für das Lebenswerk geht diesmal im Übrigen an Martin Scorsese, der den Preis aus den Händen von Leonardo DiCaprio entgegennehmen wird. Und auch sonst haben sich zahlreiche Stars wie Paul McCartney, Cher, Steven Spielberg, Tom Hanks, Nicole Kidman, Robert De Niro oder Mel Gibson für die Gala angesagt. In insgesamt 25 Kategorien werden Preise verliehen, elf davon im Bereich Fernsehen. ProSieben überträgt die Show live, aufgrund der Zeitverschiebung jedoch erst am Montag um 02.00 Uhr in der Früh.

INFO: http://www.goldenglobes.org

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