Oscar 2010: Die Konkurrenten von Haneke und Berger

Oscar 2010: Die Konkurrenten von Haneke und Berger

Während Regisseur Haneke sich wohl langsam seiner Favoritenrolle im Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film bewusst sein dürfte, steht sein Kameramann Christian Berger mit einer brillanten Leistung u.a. neben den Kameraleuten von "Avatar" oder "The Hurt Locker". Kameratechnisch sind das laut Berger jedoch "zwei Welten".

"Die meisten tun so, als ob es den Oscar schon gäbe", erzählte Berger im APA-Interview über die US-Reaktionen auf seine malerische Schwarz-Weiß-Arbeit. "Aber da bremse ich gern." Eine Nominierung sei "toll" und "schon wie ein Preis", sagte der 65-jährige Tiroler. Ein bisschen aufgeregt war er nach der Nominierungsbekanntgabe aber doch. Schließlich zeichnet der Verband der Kameraleute in den USA auch zu einem großen Teil für die Nominierungen verantwortlich - und dieser hat Berger bereits zum "besten Kameramann des Jahres 2009" gekürt. "Allein diese Anerkennung war schon toll, weil ich nie gedacht hätte, dass ich dort einmal stehen würde."

Neben Berger stehen Robert Richardson für "Inglourious Basterds", der viel gelobte Barry Ackroyd für "The Hurt Locker", Bruno Delbonnel für "Harry Potter und der Halbblutprinz" sowie Mauro Fiore für "Avatar" auf der Liste der Nominierten. "Das kann man kameratechnisch und gestalterisch überhaupt nicht vergleichen", gab sich Berger neben den Blockbuster-Konkurrenten zuletzt bescheiden.

Durchaus als möglich gilt auch die Fortsetzung des Erfolgslaufs von Haneke seit den Erfolgen bei den Filmfestspielen von Cannes und den Golden Globes. An der Croisette und bei den Globes hatte Hanekes "Das weiße Band" seinen schärfsten Konkurrenten "Un prophete" (Ein Prophet) von Jacques Audiard bereits hinter sich gelassen, ebenso bei den Europäischen Filmpreisen und zahlreichen Kritikerauszeichnungen. Nur bei der Ehrung durch das "National Board of Review" und zuletzt bei den britischen Bafta-Filmpreisen blieb Audiard gegenüber Haneke siegreich.

Eher als Außenseiter gehen der peruanische Berlinale-Gewinner "La Teta Asustada" (The Milk of Sorrow) von Claudia Llosa, der argentinische Film "El Secreto de Sus Ojos" (The Secret In Their Eyes) von Juan Jose und der israelische Film "Ajami" von Scandar Copti und Yaron Shani ins Oscar-Rennen. Doch die Academy ist nicht zuletzt in dieser Kategorie immer wieder für Überraschungen gut, gewann doch etwa schon im Vorjahr nicht der favorisierte israelische Film "Waltz With Bashir" oder das am Ende mitfavorisierte österreichische Drama "Revanche" von Götz Spielmann, sondern der japanische Außenseiter "Okuribito" (Departures) von Yojiro Takita.

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