Kevin Costner in Wien zu Gast

"Das ist sein Moment": Für Hollywood-Star Kevin Costner ist der Oscar-Gewinn des Österreichers Christoph Waltz "großartig für ihn", dennoch sei eine Zusammenarbeit zwischen Waltz und Costner derzeit nicht geplant. Denn "ich wüsste nicht, ob ich ihn mir leisten könnte", sagte der entspannte Star am Freitagnachmittag mit einem Lächeln vor Journalisten in Wien.

Anlass seines Besuches war kein Film, sondern die Musik: Mit seiner Band "Modern West" sollte Costner am Freitagabend in der Wiener Stadthalle (Halle F) auftreten. Über die positiven Reaktionen auf seine musikalischen Unternehmungen und die Einladungen zu Konzerten, die Costner derzeit durch Europa führen, ist der Filmstar "überrascht" und erfreut. Denn die Musik zeige Costner im Gegensatz zum Film "als die Person, die ich bin. Für die Menschen in Österreich war ich 20 Jahre lang ein Bild, niemand weiß etwa, wie groß ich bin." Auf der Bühne jedoch ist er "hier um zu unterhalten". Zwar käme "die größte Mehrheit der Zuseher aus Neugier", um einen Filmstar zu sehen, schätzte Costner. Und vor allem würden "viele Männer von ihren Frauen hingezerrt". Doch mit seiner klassischen US-Rockmusik (aktuelles Album: "Turn It On") will er die "Mauer zum Publikum" niederreißen: Die "Typen sollen erkennen, dass ich über Sachen singe, die sie kennen. Frauen sind für Männer sehr verwirrend, und Männer für Frauen auch."

Bei seiner Musik müsse er sich "genauso wie im Film auf andere verlassen", sagte Costner. Es sei "genauso hart, einen guten Film zu machen, wie einen guten Song zu schreiben", sagte Costner, der Umzugspläne nach Deutschland als Gerücht abtat: "Das habe ich genauso in der Zeitung gelesen wie Sie." Dass seine Musik - die u.a. an Bruce Springsteen erinnert - sehr zugänglich sei, bestätigt der Amerikaner: "Ich bin in nichts von dem, was ich tue, sehr avantgardistisch. Verdammt, ich drehe Cowboy-Filme", so Costner grinsend. Was seine Band ausmache? "Wir spielen lang, und wir spielen laut." Das zeige, dass die Band Freude an der Musik habe: "Meine Frau sagt, ich bin am glücklichsten, wenn ich Musik mache. Und das stimmt."