Hilft Oscar-Nominierung den Delfinen?

Der Aufsehen erregende Dokumentarfilm "Die Bucht" (Original: "The Cove") über die japanische Delfinjagd ist für den Oscar nominiert worden. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Dienstag bekanntgab, wurde der Film von Louie Psihoyos in die Auswahl für den besten Dokumentarfilm aufgenommen.

Die Tierschutzverbände Pro Wildlife, WDCS und OceanCare - offizielle Partner des Films - äußerten in einer Pressemitteilung am Dienstag die Hoffnung, dass die japanische Regierung dadurch noch stärker unter Druck gerät und die Treibjagden einstellt. Der Öko-Thriller "Die Bucht" deckt auf, wie eine weltweite Delfinindustrie mit den alljährlichen Treibjagden im japanischen Fischerort Taiji verflochten ist. Jedes Jahr werden den Angaben zufolge rund 2.000 Delfine getötet. Traditionell beginnen die Treibjagden auf Delfine in Taiji jedes Jahr am 1. September. Bisher geschah dies stets im Verborgenen.

"Ich möchte, dass der Tötung von Delfinen für immer ein Ende gesetzt wird", erklärte Regisseur Psihoyos im November 2009 in einem dpa-Interview. Der engagierte Umweltschützer beschloss, diese unbequeme Wahrheit in einem Film zu dokumentieren, als der ehemalige Delfintrainer Ric O'Barry ihm von diesem gewaltigen Gemetzel berichtete. Der Tierfreund hatte in den 1960er Jahren Delfine für die beliebte Fernsehserie "Flipper" trainiert und damit eine weltweite Begeisterung für Delfine ausgelöst, die den Tieren zum tragischen Verhängnis geworden ist. Denn aus ihrem Fang und Verkauf sind inzwischen Millionengeschäfte mit den Delfinarien erwachsen. Mit einem grausamen Nebeneffekt: In Japan werden jährlich insgesamt 23.000 Delfine mit Harpunen und Haken erlegt. Ein Großteil davon wird zu Delfinfleisch verarbeitet, das aufgrund der hohen Quecksilberbelastung oftmals als Walfleisch deklariert wird.

Nachdem "Die Bucht" im vergangenen Sommer in die Kinos gekommen war und Medien weltweit über die Delfinjagd berichtet hatten, strömten Anfang September Fernsehteams aus aller Welt nach Taiji. Daraufhin setzten die Fischer in Taiji die Delfinjagd zunächst aus. Doch als Anfang des Jahres die öffentliche Aufmerksamkeit wieder zurückging und die Kameras wieder weg waren, passierte, was Tierschützer befürchtet hatten: die grausame Jagd ging weiter. Pro Wildlife, WDCS und OceanCare senden deshalb Beobachter an die Küste von Taiji, die die Jagd weiterhin dokumentieren.