Haneke warnt vor den Folgen des Fernsehens

Der österreichische Regisseur Michael Haneke, der in Rom seinen Film "Das weiße Band" vorgestellt hat, warnt vor den Folgen des Fernseheinflusses auf die heutige Jugend.

"Die Generation Anfang des 20. Jahrhunderts wurde vom Staat und der Religion erzogen, heute erziehen die Medien die Jugend und die Situation hat sich nicht gebessert. Die Erziehung unserer Jugend, auch im ästhetischen Bereich, erfolgt durch das Fernsehen und die Folgen sind katastrophal. Die Jugend denkt heute, dass man mit Geld alles lösen kann", sagte Haneke nach Angaben italienischer Medien am Donnerstag.

In Hanekes Film geht es um seltsame Unfälle in einem Schul- und Kirchenchor in den Jahren 1913/14. Die repressive Erziehung in diesen Jahren sei einer der Gründe des späteren Erfolgs des Nationalsozialismus, so der Regisseur. "Die nazifaschistische Vergangenheit ist vor langem in Deutschland verarbeitet worden. Das selbe gilt nicht für Österreich. In dieser Hinsicht sind wir Meister wenn es darum geht, die Dinge zu verstecken", sagte Haneke nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Sein Film kreise um unglückliche Personen, die jenen glauben, die ihnen ein besseres Leben versprechen und sie in Versuchung bringen. "Das ist ein bisschen das, was der italienische Premierminister Silvio Berlusconi tut, ich begreife nicht, wieso er noch so viele Anhänger haben kann", so Haneke.