Götz Spielmann über 82. Oscar-Verleihung

Für Christoph Waltz, Michael Haneke und Christian Berger läuft derzeit der Countdown zur 82. Oscar-Gala, die am Sonntagabend in L.A. über die Bühne geht. "Ich hoffe, sie werden es genießen", sagt Götz Spielmann, der das Prozedere aus dem Vorjahr noch gut in Erinnerung hat. "Es ist fein und sehr interessant, aber nicht so wahnsinnig aufregend, wie man immer glaubt", erzählt der Regisseur der APA.

"Es ist ein Medienereignis, bei dem alles für die Fernsehübertragung gemacht wird. Daher ist es im wirklichen Erleben nicht so beeindruckend wie vor dem Fernsehgerät. Dort sieht man von der Veranstaltung eindeutig mehr", sagt Spielmann, der einen Vergleich zur Ski-WM in St. Anton zieht: "Auch dort war ich enttäuscht, wie wenig man eigentlich mitbekommen hat." Er sei insgesamt von Glamour wenig zu beeindrucken und habe die Tage rund um die letztjährige Gala vor allem dank der vielen interessanten Produzenten-Kontakte, die ihm sein Agent vermittelt habe, als sehr produktiv, doch arbeitsintensiv in Erinnerung. "Langfristig hat es sicher viel gebracht, dort gewesen zu sein." Sein Film "Revanche", der im Vorjahr für den Auslands-Oscar nominiert war, wird heute, Freitag um 22.30 Uhr in ORF 2 gezeigt.

Christoph Waltz sei mittlerweile auch in Hollywood eine große Nummer mit entsprechend hochkarätigen Angeboten, so Spielmann, aber auch Haneke und Berger hätten gute Chancen: "Es könnten sogar drei Oscars werden." Der 49-jährige Regisseur, der kürzlich in am Grazer Schauspielhaus sein eigenes Stück "Imperium" inszenierte, wird voraussichtlich bei der Oscar-Party im Wiener Gartenbau-Kino vorbeischauen. Vorausgesetzt ein Ereignis, dem er mit ungleich größerer Spannung entgegensieht, wirft seine Pläne nicht über den Haufen: Spielmann wird in den kommenden Tagen zum ersten Mal Vater.

Dass auch Stefan Ruzowitzky noch nicht genau weiß, ob er die Einladung in das Gartenbau-Kino wahrnehmen wird, hängt nicht mit kommendem Nachwuchs, sondern mit seinem kommenden Debüt als Opernregisseur zusammen: Er sei derzeit voll und ganz mit den Proben für Carl Maria von Webers "Freischütz" beschäftigt, sagte er der APA. Die Produktion wird am 19. April im Theater an der Wien Premiere haben. Sehr wahrscheinlich, dass Ruzowitzky, der vor zwei Jahren in Hollywood für "Die Fälscher" die Trophäe aus den Händen von Penelope Cruz entgegennehmen durfte, bis dahin nicht mehr Österreichs einziger Oscar-Preisträger der jüngeren Geschichte sein wird.