Filmfestspiele Venedig - Romero ließ Zombies los

Endspurt am Lido, der in diesem Jahr mit einem Riesenprogramm aufwartet: Angesichts der stattlichen Zahl von allein 24 Filmen im Wettbewerb der 66. Filmfestspiele von Venedig stöhnen jene, die sich um den Planeten Kino drehen, nach einer guten Woche über erste Ermüdungserscheinungen. Und dies auch, weil sie gern ein paar mehr herausragende Werke gesehen hätten.

Bis Freitag geht neben Shirin Neshats durchaus chancenreichem "Women Without Men" mit "Soul Kitchen" von Fatih Akin ein weiterer deutscher Kandidat ins Rennen um den Goldenen Löwen. Zuvor hat jedoch Horror-Altmeister George Romero in "Survival of the Dead" seine Zombies auf die Lagunenstadt losgeschickt.

Zum sechsten Mal lässt der US-Regisseur seine lebenden Toten auf die Leinwand. Ihr Auftauchen auf einer pittoresken Insel vor Amerikas Ostküste vertieft den endlosen Hass und die Spaltung der Insulaner in zwei Lager - die einen wollen unbedingt jeden Zombie erneut töten, um ihn damit ein für alle Mal auszuschalten. Dagegen suchen die meisten anderen ein pervers-groteskes Zusammenleben mit den lebenden Toten, wollen sie auch dazu bringen, keinen Appetit mehr auf Menschenfleisch zu haben. Romero hat erneut eine politische Botschaft: "Das Thema ist der ewige Bruderkrieg in Nahost und an anderen Schauplätzen, wo es so aussieht, als könne sich niemals etwas ändern." Alter Hass, alte Feinde vergessen nicht, zeigt ein Duell im Western-Stil am Ende.