Dornhelm fordert verzehnfachte Filmförderung

Der österreichische Regisseur Robert Dornhelm, der 1978 für die Doku "Kinder der Theaterstraße" für einen Oscar nominiert war, ist der Meinung, dass die Politik den Aufwind durch den Oscar für Christoph Waltz nützen müsse.

"In Österreich gab es im Vorjahr publikumsmäßig erstmals über eine Million Zuschauer für österreichische Filme. Trotzdem wird dem Film ein Bruchteil von dem gegeben, was der Oper oder der Hochkultur gegeben wird", so Dornhelm im Ö1-Mittagsjournal. Gerade jetzt, wo die heimische Filmproduktion beginne, "irgendwie lukrativ zu sein", müsse man eine Erhöhung der Förderungen "erzwingen", was er am kommenden Filmball erreichen wolle.

Die Auszeichnung für Waltz helfe natürlich auch der österreichischen Branche: "Wir sind alle dankbar und froh über jeden Erfolg." Es herrsche das Gefühl, "dass es über diesen Preis der hiesigen Wirtschaft besser gehen wird", so Dornhelm. Waltz sei "genauso gut wie früher, aber jetzt hat der diesen Ritterschlag bekommen und wir glauben wir sind Mitspieler im großen Spiel des Filmschaffens".

Dornhelm selbst, dessen Film "Udo Proksch - Out of Control" Ende dieser Woche in den Kinos anläuft, habe bereits nach dem Oscar für Stefan Ruzowitzky von der Politik mehr Geld gefordert: "Es ist kein Zufall, dass wir drei Jahre hintereinander Oscar-Nominierungen haben und auch zwei gewinnen. Das sollte man belohnen. Ich habe damals gesagt, die Politik muss handeln statt reden und die Filmförderung verzehnfachen", so Dornhelm gegenüber Ö1. "Zehn Prozent dazugeben ist sinnlos, da kann man nicht von einer Industrie sprechen. Eine Filmindustrie braucht ein Studio, eingeschulte Leute, Kontinuität, ... bei uns muss man sich von einem Projekt zum anderen über Wasser halten."

Dass es für Michael Hanekes "Das weiße Band" nicht für einen Oscar gereicht hat, ist für Dornhelm "nebensächlich". Allein die Nominierung sei eine Auszeichnung. "Das ist immer eine Sache des Glücks", so Dornhelm, "wie bei Skirennen, wenn es um Hundertstel geht". Wahrscheinlich hätten sich "der französische und der österreichische Film gegenseitig die Stimmen weggenommen".