Benicio del Toro: Hollywood lässt Jungstars fallen

Nach einer Nebenrolle im James-Bond "Lizenz zum Töten" (1989) hätten ihm Filmschaffende gesagt, "da kann nichts schiefgehen, deine Karriere geht ab jetzt steil bergauf!" Das habe er geglaubt - tatsächlich aber lange keine guten Jobs mehr bekommen. "Es macht mir Angst, was Hollywood dir so alles einreden kann - obwohl es gar nicht stimmt", sagte der Schauspieler aus Puerto Rico.

Nach seinem James-Bond-Part habe er sich für ein Drittel seiner hohen Gage ein teures expressionistisches Bild gekauft. Das habe er wenig später bereut. Aus Geldmangel habe er es zum Weiterverkauf wieder eingepackt. "Am Ende habe ich es doch behalten, aber ich war immer wieder kurz davor, es zu verkaufen." Als sich der Erfolg Jahre später einstellte, sei er nüchterner gewesen und habe die Jubel-Arien von Hollywood nicht ernst genommen. Das sei eine gute Einstellung gewesen, um auf dem Boden zu bleiben, sagte er.

Erfolge feierte del Toro 1995 mit einer Nebenrolle in "Die üblichen Verdächtigen" und 1998 in "Fear and Loathing in Las Vegas". Für "Traffic" (2000) bekam er einen Oscar. Unlängst war er als "Che" zu sehen.

Del Toro spielt in dem Horrorfilm "Wolfman" einen britischen Landadligen, der sich in einen Werwolf verwandelt. Er selbst habe das Projekt initiiert und rasch Produzenten dafür gefunden. "Ich habe mich also gewissermaßen selbst gecastet", scherzte er. Er sei immer ein großer Fan von Horrorfilmen gewesen, etwa "Frankenstein". Mit zehn Jahren habe er Bela Lugosi als "Dracula" (1931) gesehen und vor lauter Schrecken das Zimmer verlassen müssen. "Das war schrecklich, aber großartig schrecklich."

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