82. Oscar-Verleihung: Drei Chancen für Österreich

Michael Haneke tritt mit seinem von Deutschland nominierten Film "Das weiße Band" an und ist nach Stefan Ruzowitzky und Götz Spielmann bereits der dritte Österreicher in Folge, der im Wettstreit um den "Besten nicht-englischsprachigen Film" antritt. Sein Kameramann Christian Berger darf auf eine Trophäe in der Kamera-Kategorie hoffen. Die größten Chancen werden jedoch Christoph Waltz ("Inglourious Basterds") eingeräumt, der bisher von Cannes über die Globes bis zu den britischen Bafta-Filmpreisen nahezu alle Nebenrollen-Auszeichnungen einstreifen konnte.

Abseits des patriotischen Daumendrückens wird die von Steve Martin und Alec Baldwin gemeinsam moderierte Gala im Kodak Theatre von einem Kampf von David gegen Goliath dominiert: Jeweils neun Mal nominiert sind "Avatar", der mit geschätzten 500 Millionen Dollar Produktionskosten teuerste Film aller Zeiten, und "The Hurt Locker" (deutscher Titel: "Tödliches Kommando"), der mit 15 Millionen Dollar Kosten geradezu eine Billigproduktion ist. "Avatar" ist mit über zwei Milliarden Dollar Einnahmen der bisher erfolgreichste Film, "The Hurt Locker" spielte nur 16 Millionen Dollar ein. Erst nach den zahlreichen Auszeichnungen der vergangenen Woche konnte überhaupt ein Österreich-Kinoeinsatz (ab 11. März) fixiert werden. Pikantes Detail am Rande: Die Regisseure James Cameron ("Avatar") und Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker") waren früher verheiratet. Beide Streifen sind unter anderem als bester Film und für die beste Regie nominiert. Bigelow ist überhaupt erst die vierte Frau, die als beste Regisseurin nominiert ist. Gewinner des Regie-Oscars waren bisher nur Männer.

In der Königssparte "Bester Film" ist außerdem Tarantinos Film "Inglourious Basterds" nominiert, der auf insgesamt acht Preisvorschläge kommt. Die weiteren Nominierten sind der Sportler-Film "The Blind Side", der Science-Fiction-Thriller "District 9", das Teenager-Drama "An Education", der Rezessions-Film "Up in the Air", das Sozialdrama "Precious", die Komödie "A Serious Man" und der Zeichentrickfilm "Up". Letzterer ist erst der zweite Animationsfilm, der in dieser Kategorie nominiert wurde. In diesem Jahr wurden erstmals gleich zehn Streifen als "bester Film" nominiert; die Oscar-Akademie erhofft sich dadurch mehr Spannung und höhere Einschaltquoten.

Nominiert für den begehrten Preis als bester Hauptdarsteller sind Jeff Bridges für seine Rolle in "Crazy Heart", George Clooney ("Up in the Air"), Colin Firth ("A Single Man"), Morgan Freeman ("Invictus") und Jeremy Renner ("The Hurt Locker"). Als beste Hauptdarstellerinnen sind Meryl Streep (erhielt für ihre Rolle in "Julie und Julia" bereits die 16. Nominierung!), Sandra Bullock ("The Blind Side"), Carey Mulligan ("An Education"), Helen Mirren ("The Last Station") und Gabby Sidibe ("Precious") vorgeschlagen.

INFO: http://www.oscars.org

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