Wo bleibt die weibliche Geschäftsführung?

Frauenquote

Wo bleibt die weibliche Geschäftsführung?

In Österreichs Chefetagen wird das weibliche Geschlecht oft vermisst: Der Anteil der Geschäftsführerinnen bei den größten Unternehmen Österreichs ist im Vergleich mit anderen EU-Staaten gering.

 

 

Frauen sind in Österreich noch lange nicht flächendeckend in allen Berufsgruppen vertreten. Wirft man den Blick auf Branchen in der Technik oder im Handwerk, sinkt der Frauenanteil radikal. Aber nicht nur die Bandbreite der Berufswahl der Jobs in Österreich lässt zu wünschen übrig, sondern auch in höheren Positionen wird das weibliche Geschlecht oft vermisst: Der Anteil der Geschäftsführerinnen bei den größten Unternehmen Österreichs beträgt nur 4,4 Prozent.

Quotenregelungen, Frauenquote oder einfach Frauenanteil genannt – Unter diesen Schlagworten ist die Debatte um die Eingliederung von Frauen in die Geschäftsführungen Österreichs bekannt. Wie wenige Managerinnen es aber wirklich in die höheren Positionen schaffen, zeigt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Wien von 2011: In den Top 200 Unternehmen sind von 637 Geschäftsführern nur 28 weiblich. Das bedeutet einen Anteil von 4,4 Prozent. Im Aufsichtsrat ist der Anteil mit 10,3 Prozent zwar höher, aber noch lange nicht zufriedenstellend.

Die Politik hat das Thema längst aufgegriffen und die österreichische Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek versucht seit Längerem eine Lösung zusätzlich zu einer möglichen Quotenregelung zu finden. Vergleicht man die Zahlen mit jenen vom Vorjahr, ist keine Verbesserung zu sehen: Der Anteil ist rückläufig, 2010 waren es immerhin noch 5,3 Prozent Frauen in der Geschäftsführung.

Hier sollte ein europäischer Vergleich nicht fehlen: Viviane Reding, die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erwähnt auf ihrer Internetseite  den Anteil von 12 Prozent Frauen in den europaweiten Aufsichtsräten.  Die Anzahl der Managerinnen, die es ganz an die Spitze europäischer Unternehmen geschafft haben, liegt mit drei Prozent jedoch unter dem europäischen Schnitt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und der weitere Ausbau der flexiblen Arbeitszeitmodelle für Frauen wie geringfügige Positionen und Teilzeitangebote sind Reding als weitere Punkte zur Gleichstellung von weiblichen Erwerbstätigen am Arbeitsmarkt wichtig.