Frauen und Karriere

Gleichbleibende Ungleichheit

Frauen und Karriere

 

Der weltweit tätige Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister  Accenture hat eine Studie zum Thema „Ungleich unter Gleichen“ durchgeführt und die Resultate sind überaus interessant.

So wird aufgezeigt, dass eine Kluft zwischen der Wahrnehmung der Situation am Arbeitsmarkt zwischen Männern und Frauen besteht. 25 % der befragten Männer bestätigten, dass mittlerweile Frauen und Männer die gleiche Behandlung am Arbeitsplatz erfahren. Dies empfanden nur 13 % der befragten Frauen und 12 % glaubten überhaupt, dass eine absolute Gleichheit sowieso nie erreicht werden wird.

Eine andere Studie zeigt wiederum, dass die jungen Frauen heutzutage vor Selbstbewusstsein strotzen und für fast alle ist es wichtig, dass sie finanziell unabhängig sind und auf eigenen Beinen stehen. Jedoch wächst der Wunsch eine Familie mit der Karriere vereinbaren zu können. Das Magazin Brigitte führte zwei vergleichbare Studien im Jahr 2007 und 2009 durch und bereits hier konnte festgestellt werden, dass Frauen kompromissloser werden. Vor allem im Zusammenhang mit einer Partnerschaft würden Frauen in vielen Fragen nicht mehr einfach zurückstecken.

Dies unterstreicht auch das Ergebnis der Accenture Studie, welches aufzeigt, dass 71 Prozent der Frauen, die eine Beförderung bei ihren Vorgesetzten angesprochen haben auch die Karriereleiter hinaufgeklettert sind.

Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung Accenture Deutschland, verweist aber darauf, dass immer noch zu viele Frauen ihr ganzes Potenzial nicht ausnützen. So sagt er, dass in vielen Frauen ungenutztes Talent steckt, welches aber leider in vielen Fällen nicht eingesetzt wird. Gerade bei Jobs in der Technik oder Jobs im IT Bereich ist die Frauenquote sehr gering, jedoch bestehen genau hier gute Karriereperspektiven.

Ein Bereich in dem jedoch noch immer Nachholbedarf besteht, ist die Kinderbetreuung. Denn 45 % der befragten Frauen sagen, dass ihr beruflicher Werdegang gelitten hat seitdem sie Mütter sind. Im Kontrast dazu haben nur 20 Prozent der Männer angegeben, dass sie zurückstecken mussten seit sie Väter sind.

Experten wissen, dass viele Frauen nach der Geburt ihrer Kinder nicht mehr an die alte Position zurückkehren und sie erreichen diese auch in manchen Fällen nie wieder. Diese stellt sowohl für das Unternehmen als auch für den Arbeitgeber einen Verlust dar. So kann das Unternehmen nicht mehr das Talent und das Wissen des Mitarbeiters zur Gänze nutzen und auch der Arbeitnehmer wird sich nicht mehr mit ganz so viel Engagement neuen Aufgaben stellen.

Auch wenn sich in den letzten Jahren bereits einiges in Sachen Gleichberechtigung getan hat, besteht hier noch weiterer Handlungsbedarf um den Zufriedenheitsfaktor am Arbeitsplatz zu steigern. 

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