Der Kampf um den Aufstieg

Frauen und Karriere

Der Kampf um den Aufstieg

Frauen sind in den Chefetagen weiterhin deutlich unterrepräsentiert und bei der Vergütung nach wie vor benachteiligt. Obwohl sehr viele weibliche Arbeitnehmer Ambitionen haben, die Karriereleiter hochzusteigen, schaffen es leider nur wenige, trotz der Tatsache, dass sie durch ihre Qualifikationen und Eigenschaften sehr viel zum Unternehmenserfolg beitragen könnten, ganz hinauf.

Leider fehlt es Frauen häufig am Selbstbewusstsein, den Weg nach oben anzustreben und Dinge einzufordern. Sie trauen sich viele Aufgaben schlichtweg nicht zu und die Angst zu versagen hindert sie daran, höhere Positionen einzunehmen. Die Karriereplanung ist dadurch meist weniger zielstrebig als bei Männern. Noch hinzu kommt, dass hierzulande das Pflaster für Frauen sehr hart ist und die Rahmenbedingungen bei weitem nicht optimal sind.Somit schaffen Frauen viel seltener den Sprung ins Top-Management.

Wirft man einen Blick auf folgende Zahlen, wird die Ausprägung erst deutlich. Nur 7 Prozent aller Aufsichtsräte sind Frauen und im Vorstand von österreichischen, börsennotierten Unternehmen liegt diese Zahl sogar nur bei 3,5 Prozent. Ist die gläserne Decke durchbrochen, liegt der Verdienst in der ersten Führungsebene um 27 Prozent unter jenem der männlichen Kollegen. Im Middle Management sind es sogar 35 Prozent. Sehr interessant ist auch, dass drei Viertel aller Manager ein Firmenauto besitzen, jedoch nicht einmal die Hälfte der Managerinnen. Und das alles, obwohl für 31 Prozent der Frauen (im Vergleich zu 34 Prozent der Männer) Karriere eines der wichtigsten Lebensziele darstellt.

Kommt es zum Privatleben, wird der Unterschied schon deutlich größer. Für 43 Prozent der Frauen ist ein glückliches Privatleben mit Familie, Kindern und einer harmonischen Partnerschaft sehr wichtig,  jedoch nur für 28 Prozent der Männer. Auch beim Streben nach Selbstverwirklichung und Glück wird die Gegensätzlichkeit deutlich. 37 Prozent der Frauen sehen diese zwei Dinge als wichtiges Lebensziel, im Gegensatz von nur 17 Prozent der Männer. Work-Life-Balance wird somit vom weiblichen Geschlecht als weitaus wichtiger betrachtet.

Gerade die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben muss bei dem Großteil der Frauen trotz Karriere erhalten bleiben.Denn meist ist eine Führungsposition gekoppelt mit weniger zeitlicher Verfügbarkeit für Privates. Außerdem stellt der Kinderwunsch nach wie vor den größten Karrierekiller dar. Es fehlt an Kinderbetreuungsmöglichkeiten und der Chance, auch Teilzeit eine Führungsposition ausüben zu können. Zudem bleibt der gesellschaftliche Druck weiterhin bestehen und es wird nicht gerne gesehen, wenn eine Mutter sehr bald ins Berufsleben zurückkehrt. Somit verfolgen immer mehr Frauen die Strategie, zuerst die Karriere voranzutreiben und dann aus gefestigter Position heraus den Kinderwunsch zu realisieren. 

Obwohl schon viele Unternehmen das Potenzial von Frauen erkannt haben und mehr Flexibilität an den Tag legen, ist die Benachteiligung nach wie vor vorhanden. Und das trotz der nachweislich leistungsfördernden Wirkung von Frauen im Management. McKinsey belegte in einer Studie, dass Unternehmen mit einem über 30 prozentigem Frauenanteil im Vorstand ein um 48 Prozent besseres Ergebnis erzielen. Frauen denken in ihrem Handeln meist sehr weit voraus, beziehen mögliche Konsequenzen in Entscheidungen mit ein, sind härtere Verhandler und verfügen auch über ein gewisses Feingefühl. Jedoch fehlt es ihnen des öfteren an Selbstbewusstsein und Risikofreudigkeit, um den Weg an die Spitze zu schaffen.

Quelle: http://www.format.at/articles/1009/527/263660/selbstbewusstsein-strategie-wie-frauen-umstaende-karriere

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