Tapezieren braucht Vorbereitung

Tapezieren gründlich vorbereiten

Mit einer neuen Tapete bekommt ein Zimmer in kurzer Zeit ein anderes Gesicht. Die meisten Tapeten lassen sich heute schnell und unproblematisch anbringen. Für den Einkauf und die Vorbereitung plant der Heimwerker aber besser genug Zeit ein: "Nicht gleich drauflos tapezieren", rät Wohnexperte Ludwig Popp.

Zuerst wird das Material eingekauft: Tapeziertisch, Cuttermesser und Tapezierbürsten gibt es in Fachgeschäften und im Baumarkt. Vor allem bei hochwertigen, teuren Tapeten lohnt sich eine meist kostenpflichtige Beratung im Fachgeschäft, heißt es bei der Stiftung Warentest in Berlin. Tapezieren gelingt mit einigen Tipps auch ohne fachmännische Hilfe. "Es wird viel selbst tapeziert", sagt Popp. Einige Heimwerker besuchen auch einen Kurs, um anschließend selbst Hand anzulegen. Beim Tapezieren von Decken ist allerdings Teamarbeit gefragt: "Die Bahnen sind hier länger als an der Wand. Das ist schwieriger."

Beim Kauf mehrerer Tapetenrollen sollten die Fertigungsnummern übereinstimmen, da sonst Farbabweichungen vorkommen könnten. "Rollen aus unterschiedlichen Serien sollten so verklebt werden, dass eventuelle Farbabweichungen nicht auffallen können", erläutern die Warentester. Manche Händler nehmen auch ungeöffnete Rollen zurück. In dem Fall empfiehlt es sich, eher zu viele Rollen von einer Serie zu kaufen als später eine Rolle aus einer anderen Serie nachkaufen zu müssen.

Vor dem Tapezieren muss die Wand vorbereitet werden. "Die größten Fehler werden durch mangelnde Untergrundvorbereitung gemacht", sagt der Maler- und Lakierermeister Thomas Schiek. Die zu tapezierenden Wände dürfen nicht feucht sein und keine losen Stellen oder Staub aufweisen, ergänzt Popp. Alte Tapeten werden vor dem Anbringen der neuen Tapete besser entfernt.

Bei hartnäckigeren Tapeten können zum Einweichen entweder Tapetenablösehilfen oder einfach heißes Wasser mit Spülmittel verwendet werden, raten die Warentester. "Nach 10 bis 15 Minuten Einweichzeit können Sie die Tapete dann abziehen." Wer zum ersten Mal tapeziert, streicht vor dem Anbringen der Tapete sowohl die Tapete als auch die Wand mit Kleister ein. Bei einigen Tapeten ist die Rückseite bereits mit Leim bearbeitet, erläutert Popp. Dann muss der Heimwerker nur noch die Wand einstreichen. "Das ist dann durch ein Zeichen auf der jeweiligen Tapete gekennzeichnet." Durch das Glattstreichen der Tapete mit Hilfe von Gummiwalzen, Tapezierbürsten oder auch Flanelltüchern können Kleisteransammlungen und Luftblasen entfernt werden.

Die neu angebrachte Tapete braucht je nach Sorte etwa eine Nacht um zu trocknen, sagt Popp. Hält der Heimwerker diese acht bis zehn Stunden nicht ein, halten die Tapeten nicht richtig. "Vor allem bei Hängeschränken muss man vorsichtig sein, da die Wände nach einer Nacht noch nicht ganz durchgetrocknet sind." Möbel können nach dieser Zeit aber schon wieder an die Wand gerückt und eingeräumt werden.

Für umweltschonendes Tapezieren eignen sich Raufaser- oder Papiertapeten. Laut Stiftung Warentest wird bei der Herstellung wenig Energie verbraucht, und die Schadstoff-Belastung ist gering. Raufasertapete ist allerdings nicht für das Bad oder die Küche geeignet, da sie Spritzwasser nicht verträgt.