Brigitte Karner und Peter Simonischek:  „Ist das die Liebe?“

MADONNA Gewinnspiel

'Wir wissen auch von den Abgründen'

Die Ehehölle der Tolstois steht bei ihrem Abend „Ist das die Liebe?“ im Vordergrund. MADONNA verlost zwei VIP-Karten!

Sie war 18 als sie den großen Leo Tolstoi – damals 35 – kennen und lieben lernte. Obwohl selbst ein Schreibtalent, verzichtete

Sofja Tolstaja auf ihre Karriere – Mitte des 19. Jahrhunderts gang und gäbe –, ward 16 Mal schwanger, gebar dem Dichter und Denker 13 gesunde Kinder. Zu Lebzeiten schrieb sie seine umfangreichen Werke wie „Anna Karenina“ und „Krieg und Frieden“ handschriftlich (!) ab, zog die Kinder auf und akzeptierte seine sexuellen außerehelichen Eskapaden. Tolstois frauenfeindliche Novelle „Kreuzersonate“ beantwortete Sofja Tolstaja mit dem Roman „Eine Frage der Schuld“, der erst 100 Jahre nach ihrer Niederschrift veröffentlicht wurde. Sie hatte ihm ihr Leben geopfert. Sie hatte ihn geliebt.

Ehe-Desaster
Am 8. April feiert das Schauspielerehepaar Brigitte Karner und Peter Simonischek mit dem Tolstoi- Abend „Ist das die Liebe?“ – einem fiktiven Dialog Leo und Sofja Tolstois, Premiere. Warum sich die beiden gerade für diesen Stoff entschieden haben, welche Eheabgründe sie selbst durchliefen, verraten sie im Talk. Außerdem macht Simonischek seiner Frau eine Liebeserklärung an dieser Stelle. Lesen Sie selbst.

Warum haben Sie sich der problematischen Ehe Leo und Sofja Tolstois angenommen?
Brigitte Karner
: Weil man über die beiden etwas über die Zeit und das Menschsein begreift. Und eigentlich haben wir noch heute die gleichen Probleme. Tolstoi nannte seine Frau hysterisch. Und wenn heutzutage eine Frau eigenständig ist, gilt sie auch als emotional schwierig. Sie hat ihm ihr ganzes Leben gegeben, und er überlegt noch jeden Tag, ob er gehen soll. Trotzdem nennt sie es Liebe und ist sehr froh, wenn er sie körperlich begehrt. Auch wenn sie vielleicht nichts davon hat. Themen, die uns alle betreffen.
Peter Simonischek: Die Ehe der beiden war ein gewachsenes Desaster. Er hat sie in erster Linie als Sexualobjekt gebraucht. Dagegen ist nichts zu sagen, wenn es beide schön haben. Aber es kommt der Tag, an dem man sich fragt: Was bliebt übrig? Leo Tolstoi war ein einsamer Wolf, für seine Frau ist gähnende Leere statt intensiver Freundschaft übrig geblieben. Wir suchen als Paar immer Liebesgeschichten auf der Bühne. Dieser Abend eignet sich gut für zwei wie uns, die über 20 Jahre verheiratet sind. Wir wissen von den Abgründen der Ehe, von der Verzweiflung. Von den Erwartungen, den nicht erfüllten.
Karner: Die Ehe der Tolstois hat eine Parallelität zu den meisten Partnerschaften, die aus einer Zeit kommen, aus der mein Mann und ich kommen.

Wie schwer ist es, mit dem vertrauten Partner zu spielen?
Simonischek:
Keiner von uns ordnet sich unter. Deswegen haben wir es nicht so leicht.
Karner: Aber ich stehe gern mit ihm auf der Bühne, weil es immer eine Situation auf hohen Stelzen ist. Die Kunst funktioniert, wenn sie sich der Wahrheit verpflichtet.

In den letzten Jahren standen Sie immer im Vordergrund...
Simonischek:
Abgesehen davon, dass Brigitte auch gearbeitet hat, hat sie immer gewusst, dass ich nur gemeinsam mit ihr so weit gekommen bin. Sie hat mir oft aus den schwierigsten Situationen herausgeholfen, weil sie eine wunderbare Beobachterin ist.

Gerade hat Ihre Frau eine Bettszene für den „Tatort“ gedreht. Eifersüchtig?
Simonischek:
Ja, sie ist auch nicht begeistert, wenn ich das mache. Im Gegenteil: Dann ist sie ungenießbar (lacht).

© APA
Karner und Simonischek mit den Söhnen Kaspar und Benedikt

Karner und Simonischek mit ihren Söhnen Kaspar (r., er ist im Internat der Sängerknaben) und Benedikt (Student, 23).
Bild: (c) APA

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Tolstoi: "Ist das die Liebe?"

Premiere: Am 8. 4. feiert das Schauspielerehepaar mit "Ist das die Liebe?"!, einem emotionalen Abend über die leidenschaftliche Ehe von Leo und Sofja Tolstoi, Premiere im Wiener Akzent. Gewinnen Sie zwei VIP-Karten!

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© Kernmayer
Brigitte Karner und Peter Simonischek im Talk mit Alexandra Stroh.

Brigitte Karner und Peter Simonischek im Talk mit Alexandra Stroh.
Bild: (c) Kernmayer

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