MADONNA Gewinnspiel

'Die Zärtlichkeit wird intensiver'

Jopie Heesters‘ Ehefrau Simone Rethel über Alter und Liebe: Ihr Pro-Aging-Ratgeber. Gewinnen Sie 3 Exemplare!

In Zeiten der Anti-Aging-Flut hat sie ein Plädoyer für das Alter geschrieben. Ihr Vorbild? „Mein Mann Jopie!“

"Einmal“, gibt Simone Rethel zu, „habe ich so ein Anti-Aging-Mittel gegen meine Tränensäcke benutzt. Am Anfang hat es geholfen und sie wurden kleiner. Aber später hatte ich noch mehr Falten.“ Ihr Anti-Aging- Mittel ist – so widersprüchlich das klingen mag – Ehemann Johannes „Jopie“ Heesters, denn der sorgt mit seinen 106 an Methusalem gemahnenden Lebensjahren ständig für Abwechslung. „Er ist neugierig und hat beständig neue Ziele“, erklärt seine 46 Jahre jüngere Ehefrau (seit 1992 sind die beiden verheiratet) das Geheimnis seiner Vitalität.

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Simone Rethel ist seit 1992 fürsorgliche Ehefrau von 'Jopie'
Simone Rethel ist seit 1992 fürsorgliche Ehefrau von 'Jopie'
× Simone Rethel ist seit 1992 fürsorgliche Ehefrau von 'Jopie'

Bild: (c) Getty Images
Einst war Simone Rethel glühender Heesters-Fan. Seit 1992 ist sie die fürsorgliche Ehefrau – ständig an der Seite ihres geliebten 'Jopie'!

Plädoyer
Schon allein der Liebe wegen hat sich Rethel viele Jahre mit dem Alter auseinandergesetzt und ihre durchwegs positiven Erfahrungen jetzt im Buch „Sag nie, du bist zu alt“ subsumiert. Ein mutiges Werk im Überfluss der Anti-Aging-Ratgeber. Ein Plädoyer für die späten Jahre, die – so Rethel – mit zu den schönsten des Lebens gehören können. Im MADONNA Talk sagt sie, warum.

Ganz ehrlich, Frau Rethel: Wie viele Anti-Aging-Produkte haben Sie zu Hause im Bad?
Simone Rethel:
Keines mehr! Ich hatte mal eine Creme gegen meine Tränensäcke. Erst hat es funktioniert: Ich habe sie aufgetragen und alles war platt. Aber nach einer Zeit bröckelt es runter, als wäre man gerostet. Danach war es so erschreckend, dass ich es sofort wieder gelassen habe!

Sie haben ein „Pro-Aging“- Buch geschrieben. Mutig, in einer Zeit der Anti-Aging-Flut...
Rethel:
Möglich. Aber ich finde es so ungeheuer, dass man das Gefühl vermittelt bekommt, Alter habe nur mit Demenz, Inkontinenz, Rollstuhl und Pflegeheim zu tun. Mittlerweile ist es so, dass wir durch die Medizin fast 100 werden, aber schon mit 50 aus dem Beruf rausgedrängt werden. Das bedeutet: Wir haben noch eine lange Lebensphase vor uns, auf die wir uns rechtzeitig einstellen müssen. Ich plädiere dafür, aktiv und neugierig zu bleiben. Wenn man sagt, jetzt kommt die Zeit zum Faulenzen, dann ist das bereits der Anfang vom Ende. Bei meinen Recherchen habe ich Folgendes entdeckt: Schon ein junger Mensch, der in den Urlaub fährt und sich an den Strand legt, baut Gehirnzellen ab. Das Alter ist eine der schönsten Zeiten, wenn man die vielen Möglichkeiten nutzt. Ich sehe das an meinem Mann, der 106 ist und trotz seiner Blindheit enorme Lebensfreude und Ziele hat.

Ihr Mann ist aber auch privilegiert: Durch seinen Künstlerberuf und durch Sie...
Rethel:
Natürlich hat er es gut und man weiß, dass er exponiert lebt. Aber sich auf das Alter vorbereiten kann jeder. Jopie hat auch immer etwas für sich getan: Er hat geboxt und war joggen, da kannte das noch keiner. Heute geht er zweimal wöchentlich ins Fitnessstudio an die Geräte. Die Ärzte haben mir bestätigt: It’s never too late! Ich plädiere dafür, auch im Alter Neues zu lernen. Ich sehe bei Jopie, dass das möglich ist.

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Johannes Heesters, Nicole, Wiesje und Ehefrau  Simone Rethel
Johannes Heesters, Nicole, Wiesje und Ehefrau Simone Rethel
× Johannes Heesters, Nicole, Wiesje und Ehefrau  Simone Rethel

Bild: (c) Getty Images
Familientreffen: Johannes Heesters mit seinen Töchtern Nicole (r., 73 Jahre alt, Schauspielerin) und Wiesje (78, Pianistin) und Ehefrau Simone Rethel (60).

Was sagen Sie zum grassierenden Jugendwahn?
Rethel:
Sie meinen diese Frauen, die sich operieren und liften lassen? Gegen Kleinigkeiten habe ich ja nichts. Aber diese Münder, die aussehen wie Affenärsche, die finde ich abartig. Und genauso erschreckend finde ich, wenn der Kopf nicht mehr zum Körper passt.

Ihr Mann ist 106, Sie sind 60. Reden Sie über den Tod?
Rethel:
Wir sprechen nicht darüber. Als wir geheiratet haben, war er 88 und viele haben gesagt: „Dir ist klar, dass er früher gehen wird.“ Wir haben besprochen, was zu besprechen ist, aber wir reden nicht mehr DAVON. Hier in Wien haben wir seine Tochter getroffen, die von einer Frau erzählt hat, die 114 Jahre alt geworden ist. Sie meinte: „Papa, du musst dich anstrengen!“ So lebt er. Seine Einstellung ist nicht, dass der Tod vor der Tür steht. Er macht noch Pläne, verhandelt mit Theatern.

Vor kurzer Zeit hat Christine Kaufmann in MADONNA sehr bewegend über Erotik und Sexualität im Alter gesprochen. Sie meinte, die sinnliche Wahrnehmung entlohne für vieles...
Rethel:
Wir sind jetzt 24 Jahre zusammen, da verändert sich die sexuelle Beziehung auf jeden Fall. Der Honeymoon ist vorbei (lacht). Sich verstehen und liebevoll miteinander umgehen bleiben. Die Zärtlichkeit bekommt mehr Intensität. Ich frage ihn jeden Tag öfter, ob er mich noch lieb hat. Es ist noch nie ein Nein gekommen.

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'Sag nie, du bist zu alt' von Simone Rethel
'Sag nie, du bist zu alt' von Simone Rethel
× 'Sag nie, du bist zu alt' von Simone Rethel

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Alt werden wie Heesters? Rethel verrät, wie es geht:
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© Singer
Simone Rethel im MADONNA- Interview mit Alexandra Stroh.
Simone Rethel im MADONNA- Interview mit Alexandra Stroh.
× Simone Rethel im MADONNA- Interview mit Alexandra Stroh.

Bild: (c) Singer
Simone Rethel im MADONNA-Interview mit Alexandra Stroh.