Tiefkühl-Marillenknödel - Oft Brei statt Frucht

Schlechte Nachrichten für Mehlspeistiger: Bei einem Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) entpuppten sich Proben von tiefgekühlten Marillen- und Germknödeln aus dem Supermarkt als nicht ganz so köstlich wie angepriesen. Bei vier von elf Marillenknödeln fanden sich im Inneren anstatt Früchten überhaupt nur ein Fruchtbrei.

Probleme gab es auch bei den Nährwertangaben und der Auszeichnung der Herkunft der Rohstoffe, kritisierte VKI-Obmann Franz Floss am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Bei den Nährwertangaben mussten die Tester des VKI bei 20 Prozent selbst nachrechnen, um auf eine genaue Kalorienzahl zu kommen. Marillenknödel wurden etwa ohne Streusel ausgewiesen oder Germknödel ohne die zerlassene Butter. Figurbewusste Konsumenten müssen nach der Berechnung nun bei einem Germknödel samt Butter 580 Kalorien verdauen. Für den gleichen Wert kann man vier Marillenknödel essen.

Am meisten störte die Tester jedoch, dass sich bei 36 Prozent der Marillenknödel im Inneren keine Frucht, sondern ein Brei versteckte. "Hier werden die Erwartungen der Konsumenten nicht erfüllt", meinte Floss. Bei einem derartigen Knödel erwarte man entweder "eine ganze, eine halbe oder zumindest Marillenstücke" als Füllung. Der Brei sei zudem oft sehr gezuckert. Der Teig war immerhin bei allen Produkten "in Ordnung".

Nach den Todesfällen durch listerienverseuchten "steirischen" Quargel betonte Floss erneut, wie wichtig für Konsumenten die Ausweisung der Herkunftsländer der Rohstoffe ist. Bei einzelnen getesteten Knödeln war es für den Kunden geradezu unmöglich, herauszufinden, woher die Zutaten überhaupt stammen. Kennzeichnungen wie "österreichisches Erzeugnis" oder "AT" würden oft lediglich darauf hinweisen, dass das Produkt in Österreich erzeugt bzw. weiterverarbeitet worden ist.

Da sich beim VKI die Beschwerden über das "Täuschungspotenzial" bei der Verpackung verschiedener Produkte häufen, wollen die Konsumentenschützer künftig bei einem wöchentlichen "Lebensmittel-Check" auf http://www.konsument.at anhand konkreter Beispiele zeigen, mit welchen Tricks gearbeitet wird. Behandelt werden zum Beispiel ein Frischkäse mit Lachs, in dem sich der Lachs nur in homöopathischen Dosen wiederfindet, eine "Fruchtschnitte Beere" ohne ganze Beeren und ein auch bei Kindern beliebtes Fruchtjoghurt, dessen spezielle Zutat ausgerechnet Jamaika-Rum ist.