Zwei oö. Spitäler top im internationalen Vergleich

Besuche von Angehörigen würden für Patienten allgemein, vor allem aber für jene, die auf der Intensivstation liegen, besonders wichtig sein. Das gehe aus vielen Studien hervor, sagte Stefan Juchems vom Institut für Pflegewissenschaften an der Universität Witten-Herdecke in Berlin im Rahmen der Pressekonferenz der Elisabethinen. Durch u.a. die Abschaffung fixer Besuchszeiten, der Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige und deren psychologische Betreuung sei das Linzer Spital in Österreich das einzige, das diese theoretische Erkenntnis auch in die Praxis umsetze, so Juchems.

Angehörige als Teil des therapeutischen Konzeptes miteinzubeziehen, entspreche dem Geist des Hauses und geschehe seit Jahren, sagte der ärztliche Direktor, Franz Harnoncourt. Es gehe um Halt geben in einer extrem schwierigen Zeit und wer könne das besser, als Menschen, die einem nahe stehen. Im Krankenhaus gibt es zwei Intensivstationen mit je zehn Betten.

Das Klinikum Wels-Grieskirchen hat sich so wie andere österreichische Spitäler auch an der Vermont Oxford Studie beteiligt, bei der weltweit über 800 Neonatologie-Abteilungen mitmachen. Auf diese Weise werden jährlich rund 50.000 vor der 37. Schwangerschaftswoche geborene Kinder beobachtet. Alle Spitäler schicken anonymisierte Daten ein, daraus wird ein Durchschnitt errechnet, der danach mitgeteilt wird. Auf ein Ranking wird bewusst verzichtet, aber jedes Spital kann daraus regelmäßig ablesen, wie es im internationalen Qualitäts-Vergleich liegt und daraufhin Prozesse zur Verbesserung einleiten.

Es sei zwar heute möglich, Kinder ab der 24. Schwangerschaftswoche am Leben zu halten. Ihr Körpergewicht betrage jedoch zu diesem Zeitpunkt oftmals nur 500 Gramm und dabei liege eine Unreife vor allem von Gehirn, Lunge, Magen-Darmtrakt und Augen vor, machen die Welser Ärzte aufmerksam. Sie verzeichnen pro Jahr rund 40 Geburten von Kindern mit unter 1.500 Gramm. Das ist ein Anteil von etwa zehn Prozent an allen Geburten, die Tendenz sei stark steigend. Die erst 2005 neu eröffnete Spezialabteilung im Klinikum Wels-Grieskirchen hat eine Reihe von Maßnahmen bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung gesetzt, um die Chancen der Frühchen zu verbessern. Deshalb liege die Überlebensrate in Wels bei 95 Prozent, international liege sie bei 85 Prozent, zeigt der Vergleich. Auch was die Verweildauer im Krankenhaus und die spätere Entwicklung der Kinder betreffe, habe sich Wels jeweils überdurchschnittlich platzieren können.

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