Soziales Netzwerk soll in NÖ verstärkt werden

Das soziale Netzwerk soll in Niederösterreich verstärkt werden. Das sei angesichts der zu erwartenden demografischen Entwicklung notwendig, sagte LH Erwin Pröll (V) bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. Er verwies auf die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen im Hinblick auf die steigende Lebenserwartungen. Die Kosten für Pflegeeinrichtungen und sozialmedizinische Dienste würden sich bis 2030 von derzeit 1,3 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro vervierfachen.

Zur Umsetzung der Verstärkung des sozialen Netzes will man das Potenzial der Dorf- und Stadterneuerung nutzen. Im Bundesland gebe es 700 Dorferneuerungsvereine, erinnerte Pröll an das Engagement von 250.000 Freiwilligen. Deren Zahl soll auf 300.000 erhöht und diese ehrenamtliche Initiative mit Sozialkompetenz ausgestattet werden: Geplant sind u.a. Schulungen und Lehrgänge. Weiters wird der Status quo der sozialen Angebote in den Kommunen erhoben und - über die Landesakademie - eine Datenbank aufgebaut, so Pröll.

Das Mostviertel ist Region eines Pilotprojekts am Weg zur sozialen Modellregion, erläuterte Landesrätin Johanna Mikl-Leitner (V). Vorgesehen ist u.a. eine enge Kooperation des Landespflegeheims Wallsee mit fünf Gemeinden, in denen "Betreubares Wohnen" umgesetzt wird. Neben professioneller Hilfe durch die sozialmedizinischen Dienste und Partnerorganisationen wie Hilfswerk oder Caritas geht es - mit Hilfe von Freiwilligen - auch darum, dass ältere Menschen nicht vereinsamen, verwies Mikl-Leitner etwa auf Besuchsdienste.