Schockbehandlung: Durchbruch an der Wiener MedUni

Die medizinische Universität Wien war führend an einem medizinischen Durchbruch in der Schockbehandlung beteiligt. Bei einer multizentrischen Studie hat sich herausgestellt, dass Noradrenalin bei Intensivpatienten mit Kreislauf-Schock besser geeignet ist als Dopamin. Lange Zeit hatte Dopamin bei Forschern die Nase vorn, doch nun scheint Norardenalin das bessere Mittel, hieß es in einer Aussendung.

"Seit Jahrzehnten wird kontroversiell diskutiert, ob Dopamin oder Noradrenalin das bessere Mittel ist, um den Blutdruck bei Intensivpatienten im Schock zu stabilisieren", erklärte Prof. Christian Madl von der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Bisher galten beide Stoffe nach internationalen Leitlinien als gleichwertig. Eine im renommierten "New England Journal of Medicine" erschienene Studie beweist nun das Gegenteil.

In einer kontrollierten und randomisierten Studie, die in Belgien, Österreich und Spanien durchgeführt wurde, erhielten 1.679 Intensivpatienten im Schock entweder Dopamin oder Noradrenalin. Dabei zeigte sich, dass die Therapie mit Dopamin deutlich mehr schwerwiegende Nebenwirkungen aufwies. Zwar war die Sterblichkeit bei beiden Testgruppen in etwa gleich, allerdings kam es bei jenen Patienten, die mit Dopamin behandelt wurden, zu doppelt so vielen schweren Herzrhythmusstörungen.

Zusätzlich musste den Patienten der Dopamin-Gruppe signifikant öfter ein anderes blutdruckstabilisierendes Medikament verabreicht werden. "Bei Patienten im kardiogenen Schock war die Mortalität am Tag 28 sogar signifikant höher als bei jenen Patienten die Noradrenalin erhielten", so Madl.