Schimmelpilzgifte immer größeres Problem

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Mykotoxine - teils extrem gefährliche Schimmelpilzgifte - stellen vielerorts ein wachsendes Problem dar. Die Ursachen dafür sind nicht zuletzt der Strukturwandel in der Landwirtschaft und der Klimawandel, berichtete Gerhard Adam vom Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien gegenüber der APA.

Von 9. bis 11. September tagt die International Society of Mycotoxicology (ISM) am Department IFA-Tulln der Boku. Mykotoxine sind zum Teil extrem gefährliche und schon in geringsten Mengen gesundheitsschädliche Gifte, die auch durch Kochen nicht zerstört werden. Bekannt sind bisher über 300 Substanzen. Besonders gefährdet, Mykotoxine zu enthalten, sind dabei Getreide und Getreideprodukte, Nüsse, Kaffee, Rotwein und Bier.

"Während für die wichtigsten Mykotoxine in Nahrungsmitteln sehr strenge Grenzwerte gelten, werden kontaminierte Produkte häufig als Tierfutter verwendet", so Adam. Weil auch das zu großen Problemen führen kann, sind Wissenschafter stets auf der Suche nach Abhilfe.

Züchtungen resistenterer Sorten

"Ideal ist, wenn die Pflanzen von vornherein nicht von Pilzen befallen werden. Dies kann etwa durch entsprechende Züchtungen resistenterer Sorten erreicht werden", erklärte der Wissenschafter. Eingriffe in das Erbgut der Pflanzen mittels Gentechnik würden zwar rascher zum Ziel führen, sind aber in Europa und erst recht in Österreich verpönt. Etwa für das häufig vorkommende Deoxynivalenol (DON), das von Schimmelpilzen der Gattung Fusarium gebildet wird, haben österreichische Wissenschafter ein Gen für ein pflanzliches Entgiftungsenzym identifiziert. Dabei hängt die resistente Pflanze ein Zucker-Molekül an das Gift und machen es so jedenfalls vorläufig unschädlich.

Eine relativ neue Technik zur Behandlung von mit Mykotoxinen kontaminiertem Tierfutter ist die Zugabe von speziellen Mikroorganismen, welche ganz gezielt einzelne Gifte entschärfen. Theoretisch sollte es gegen jedes Gift irgendein passendes Bakterium zur Entgiftung geben, aber die Tücke sitzt im Detail. So muss der entgiftende Mikroorganismus, wenn er beispielsweise gemeinsam mit dem kontaminierten Futter verabreicht wird, sehr rasch arbeiten, bevor es zu einer Vergiftung des Tieres kommt. Auch muss geklärt sein, dass sämtliche anfallenden Abbauprodukte des Mykotoxins ungefährlich sind. Tullner Forscher und Firmen sind führend auf diesem Gebiet. Neue Probleme mit Mykotoxinen verursacht der Klimawandel. So gibt es neuerdings auch in Österreich zunehmend Mykotoxine, die bisher nur in weiter südlich gelegenen Ländern Probleme verursachten.

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