Salzburgs Kliniken: Mitarbeiter als Dolmetscher

Im Salzburger Landeskrankenhaus wurden im vergangenen Jahr rund 6.000 Patienten behandelt, die nicht oder nur schlecht Deutsch konnten. Um Kommunikationsprobleme zwischen Arzt, Krankenschwestern und Patienten zu vermeiden, setzt die Klinik nun verstärkt auf hauseigene Kompetenz: 45 Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen haben eine Ausbildung absolviert und stehen als Laiendolmetscher für 20 Sprachen zur Verfügung.

Das Projekt "Transkulturelle Kompetenz schafft Gesundheit" solle verhindern, dass Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund von Sprachproblemen und kulturellen Unterschieden im Gesundheitssystem unter die Räder geraten, erklärte Landesrätin Erika Scharer (S) am Dienstag. Mangelnde Verständigung gefährdet eine gute Behandlung.

"Sprachprobleme führen häufig zu einer Nichtbehandlung oder zu einer Odyssee im Gesundheitssystem", sagte Ajet Kastrati. Der gebürtige Kosovare ist Mitarbeiter an der Christian-Doppler-Klinik und stellt seine Sprachkompetenz in der Migranten-Sprechstunde, die an den Kliniken angeboten wird, zur Verfügung. Seit Anfang des Jahres haben diese Sprechstunde 370 Patienten genützt.

Mitarbeiter der Klinik haben im Rahmen des Projektes auch viel über kulturelle Traditionen, Gewohnheiten und Rituale der ausländischen Patienten gelernt. "Einige Kulturen gehen anders mit Schmerz um. "Schmerzfrei zu sein, ist dort - anders als bei uns - nicht das wichtigste Ziel", hat Doris Mack, Leiterin der Stabsstelle für Qualitäts- und Riskmanagement am Landeskrankenhaus, beispielsweise gelernt.

Gemeinsam mit den 14 in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften hat die Klinik Standards für Seelsorge und spirituelle Begleitung erarbeitet. Geplant ist außerdem die Einrichtung eines eigenen Raums, um die bei Muslimen üblichen rituellen Totenwaschungen vornehmen zu können, sagte Mack.

Der nächste Schritt: Es soll im Rahmen der Diabetes-Beratungsstelle ein eigenes Angebot für Patienten mit Migrationshintergrund geschaffen werden. Das Projekt der transkulturellen Kompetenz hilft der Klinik auch sparen, weil Falsch-und Fehlbehandlungen oder Missverständnisse vermieden werden.