Radiologenkongress mit Schwerpunkt Tumor-Therapie

Der Trend bei der Behandlung von Krebspatienten gehe derzeit in Richtung einer individualisierten, optimierten Therapie. "Wir wissen, dass oft nur ganz spezifische Patienten, oder anders gesagt: oft nur ein spezifischer Tumor, auf ein belastendes Chemotherapeutikum anspricht, andere dagegen leider nicht", sagte Gerhard Mostbeck, ehemaliger Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft.

Tumor-Therapie sei heute ohne bildgebende Diagnose, der Erfassung der Ausdehnung eines Tumors und der Kontrolle des Therapieansprechens undenkbar. Die onkologische Bildgebung beinhaltet alle Maßnahmen, mit denen die Radiologie zur Früherkennung, Diagnose, Stadieneinteilung (genannt Staging) und Therapiekontrolle beitragen kann.

"Beim Therapie-Ansprechen verlassen wir uns derzeit häufig recht unzulänglich auf die Erfassung der Tumorgröße", erklärte der Fachmann, in Zukunft soll hier mehr auf die Funktionsweise des Tumors eingegangen werden. Bezüglich funktioneller Diagnostik geben auch die großen Fortschritte auf dem Gebiet der molekularen Bildgebung, bei der Tumorzellen samt ihren Bestandteilen und Stoffwechselprozesse abgebildet werden können, Grund zur Hoffnung, so Mostbeck.

Weitere wichtige Aspekte werden die Früherkennung von Tumoren sein und moderne Formen einer radiologisch geleiteten lokalen Tumortherapie, wo Tumore durch Hitze oder Kälte für den Patienten schonend lokal behandelt, sprich vernichtet, werden können. "Und nicht zuletzt werden wir mehr Kenntnisse haben, um die Folgen einer belastenden Tumortherapie zu minimieren", beschreibt Mostbeck die Zukunft der onkologischen Bildgebung.

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