Pädiater fordern kostenfreie Kindertherapien

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Kinder überleben aufgrund des medizinischen Fortschrittes immer häufiger angeborene oder erworbene Erkrankungen, bei denen sie noch vor Jahren keine wirkliche Chance gehabt hätten. Ein Defizit im Bereich der ambulanten Betreuung von Kindern und Jugendlichen ortete jedoch Klaus Schmitt, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. Im Vorfeld des diesjährigen Kongresses ab 1. Oktober stellte er die Forderung nach kostenfreien Kindertherapien auf.

Dank medizinischer Fortschritte würden immer mehr Kinder schwere Erkrankungen überleben, so der Präsident der Österreichischen Gesellschaft. Angebote in der Langzeitbetreuung seien bereits eine Selbstverständlichkeit, so Schmitt. Zehn bis fünfzehn Prozent der Kinder und Jugendlichen würden jedoch wegen Defiziten in ihrer Entwicklung eine - oft nur vorübergehende - Psychotherapie, Physiotherapie bei Bewegungsstörungen, logopädische Therapie zur Behebung ihrer Sprachstörungen oder Ergotherapie zur Behandlung ihrer Wahrnehmungsstörungen brauchen.

Die Therapeuten in der freien Praxis hätten aber meist keine Kassenverträge. Für viele Eltern seien die Behandlungen schlichtweg nicht leistbar, kritisierte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft der Kinderärzte. "Was mir Sorge bereitet, sind die zunehmend verwahrlosten, missbrauchten, orientierungslosen bzw. suchtkranken Kinder und Jugendlichen, für die die notwendigen kostenlosen Therapiemöglichkeiten fehlen", so Schmitt. "Wenn man bedenkt, dass Kinder und Jugendliche etwa 18 Prozent der Bevölkerung ausmachen aber für nur fünf Prozent der gesamten österreichischen Gesundheitsausgaben verantwortlich zeichnen, so ist die Forderung nach kostenfreien Kindertherapien eine logische Konsequenz", hielt Schmitt fest.

"Was wird aus unseren Kindern und Jugendlichen?" ist die Frage des diesjährigen Kongresses der "Österreichischen. Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde" vom 1. bis zum 3. Oktober im Grazer Congress. Wie sich Kinder mit angeborenen Herzfehlern, Brandverletzungen, Asthma bronchiale oder auch Krebserkrankungen im 21. Jahrhundert beim Übergang zum Erwachsenwerden entwickeln können, wird auf der bundesweit größten kinderärztlichen Veranstaltung diskutiert.

Service: Programm der Tagung online unter http://www.meduni-graz.at/kinderklinik/congress2009/ abrufbar.

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