Osteoporose-Medikament wirkt bei Riesenzell-Tumoren

Eine bisher schlecht behandelbare Tumorerkrankung - Knochen-Riesenzelltumore - könnte in Zukunft erfolgreich therapierbar werden: Eine australische Forschergruppe veröffentlicht jetzt in "Lancet Oncology" die Ergebnisse einer kleinen Studie bei 37 Patienten, in denen eine Behandlung mit dem neuen Osteoporose-Medikament Denusomab einen Rückgang der krankhaften Zellen im Knochen um zumindest 90 Prozent brachte.

"Riesenzelltumore sind eine Tumorerkrankung, die zur Auflösung der betroffenen Knochen und zur Bildung von Metastasen in der Lunge führen können", schreiben die Autoren in "Lancet Oncology". Die Betroffenen haben zum Teil starke Schmerzen, erleiden Frakturen, manchmal kann die Erkrankung auch bösartig werden. Oft müssen sich die Patienten Operationen unterziehen, was aber nicht immer möglich ist.

Die Wissenschafter um David Thomas vom Peter MacCallum-Krebszentrum in Melbourne könnten jetzt einen neuen Behandlungsweg entdeckt haben: Denosumab, ein neues Antikörperpräparat (Amgen), das auf Erkenntnissen des Leiters des Instituts für molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien, Josef Penninger, aufbaut. Penninger und sein ehemaliges Team in Kanada wiesen nach, dass das Protein RANKL für die Ausreifung und die Aktivität von Knochenfresszellen - Osteoklasten - entscheidend ist. Daraus wurde ein monoklonaler Antikörper, der - in Form von Infusionen verabreicht - RANKL hemmt und somit den Knochenabbau hemmt. Das Medikament wird zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt, es soll aber auch in der Therapie von Krebs-Knochenmetastasen verwendet werden.

Da ähnliche Abläufe auch hinter den Riesenzelltumoren stecken, erprobten die australischen Wissenschafter - allerdings noch nicht an vielen Patienten und nicht mit Placebo-Vergleichsgruppe - die neue Biotech-Substanz (Amgen) bei 37 Patienten mit nicht operierbaren Knochentumoren. Sie erhielten alle vier Wochen eine Infusion. Nach 25 Wochen gab es sehr positive Ergebnisse: Bei 86 Prozent von 35 im Endeffekt auswertbaren Patienten war es zu einem Rückgang der Riesenzellen im Knochen um mindestens 90 Prozent gekommen. Fünf Behandelte hatten allerdings mittlere bis schwere potenzielle Nebenwirkungen, von denen aber keine direkt mit dem Medikament in Verbindung gestanden sein dürfte, so die Autoren.