Ohne Gesundheit keine funktionierende Wirtschaft

Beim Abschlussplenum des 12. European Health Forum Gastein (EHFG) am Freitagnachmittag waren sich die Politiker einig: Ohne Gesundheit kann die Wirtschaft nicht funktionieren. "Reduktionen des Gesundheitsbudgets können langfristig fatale Sozialkosten bedingen", unterstrich Despina Spanou, Stellvertreterin von EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou.

Durch die Finanzkrise entstehe starke Arbeitsmarktunsicherheit, wodurch Gesundheitsausgaben stark reduziert würden. Dadurch verringere sich in weiterer Folge die Anzahl der gesunden Lebensjahre. Psychosozialer Stress führe zu erhöhtem Suchtmittelkonsum, was den allgemeinen Gesundheitszustand erheblich beeinträchtigt. "Die sozialen Kosten der Krise sind hoch", konstatierte Spanou. Angenehmer Nebeneffekt eines fundierten Gesundheitswesen wäre, dass Investitionen in selbige Arbeitsplätze schaffen könnten.

Die Notwendigkeit eines präventiven Gesundheitsansatzes betonte auch Gesundheitsminister Alois Stöger (S). Dieser müsse in Österreich massiv forciert werden. Momentan sichern die österreichischen Spitäler rund 251.000 Jobs, ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt 4,4 Prozent. Insgesamt werden im Gesundheitsbereich circa 27 Milliarden Euro ausgegeben. "Die Bundesregierung hat den Krankenkassen zur Bewältigung finanzieller Notlagen nun erstmals neue Mittel zugesagt", kündigte Stöger eine Finanzspritze von 600 Millionen Euro für das österreichische Gesundheitswesen an.

Das EU-Kommissariat für Gesundheit hat währenddessen Ansätze angedacht, um ein weiteres Vordringen der Wirtschaftskrise in den Gesundheitsbereich zu verhindern und Kosteneffizienz in Gesundheitsausgaben zu verbessern. Beispielsweise soll im Kampf gegen seltene Krankheiten ein europäisches Referenznetzwerk installiert werden, welches Patienten verbesserten Zugang zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen soll. Verstärkt fokussiert werden soll auch die Entwicklung von E-Health Anwendungen. "Die effiziente Anwendung von Technologien kann zu mehr Produktivität führen", meinte Spanou.

Wesentlich sei auch, die Kluft zwischen den Mitgliedsstaaten in der Qualität ihrer Gesundheitssysteme zu minimieren. Die einzelnen Mitgliedsstaaten unterscheiden sich immerhin um 18 Jahre im Bereich der gesunden Lebensjahre. Unter der Krise leiden besonders arme Länder. Diese zu unterstützen, sei in Zukunft dringend notwendig, zumal sie nicht Auslöser der Krise waren, aber deren Konsequenzen umso mehr auf ihrem Rücken ausgetragen würden.