Impfstoff-Ausbeute ist geringer als erwartet

Novartis meldet Verzögerung bei H1N1-Impfstoff

Der Schweizer Novartis-Konzern kann seinen Impfstoff zum Schutz vor der sogenannten Schweinegrippe nicht fristgerecht in den bestellten Mengen ausliefern. Die Niederlande werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom 8. September mit der ersten auf Ende Oktober angesetzten Lieferung nicht so viel Impfstoff erhalten wie erwartet.

Novartis hätten 18 Millionen Dosen und der britische Konkurrent GlaxoSmithKline zwei Millionen Dosen liefern sollen. Nun rechnet das Ministerium damit, zunächst insgesamt nur sechs bis zehn Millionen Dosen zu erhalten. In einer Erklärung von Novartis hieß es, die Impfstoff-Ausbeute sei im Herstellungsprozess geringer als erwartet ausgefallen. Novartis arbeite mit Nachdruck an Verbesserungen.

Die Schweizer hatten in der Vorwoche klinische Daten veröffentlicht, denen zufolge bereits eine Dosis - und nicht wie bisher angenommen zwei - des Impfstoffs Celtura einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung mit dem H1N1-Virus bieten könnte. Celtura wird mit einem neuen Zellkultur-basierten Verfahren hergestellt, das eigentlich eine raschere und einfachere Produktion erlauben soll, als das herkömmliche Verfahren mit präparierten Hühnereiern. Die Niederlande hatten im Juni für die rund 16 Millionen Einwohner insgesamt 34 Millionen Impfdosen geordert, auszuliefern bis Jahresende. Die Behörden haben bisher noch nicht entschieden, ob eine oder zwei Impfdosen pro Person nötig sind.

Die WHO hatte die Schweinegrippe im Juni zur ersten Influenza-Pandemie des 21. Jahrhunderts erklärt. Bisher starben an der Krankheit, die in Mexiko ihren Anfang nahm, nach WHO-Angaben über 2.800 Menschen. Sie rechnet damit, dass sich zwei Milliarden Menschen oder rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit der Krankheit, die in den meisten Fällen moderat verläuft, anstecken könnten.