Keinerlei Entwarnung in Sicht

Neue Schweinegrippe-Welle droht in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat vor einer möglichen zweiten Welle bei der Schweinegrippe gewarnt. "Es ist wichtig, sich zu schützen", sagte Gesundheits-Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) am 4. Dezember in Berlin. Es gebe immer weitere Neuerkrankungen. Nur in einigen Regionen stagnierten die Zahlen.

Unklar sei noch, ob der Höhepunkt der aktuellen Welle überschritten sei. "Wir schließen nicht aus, dass es eine weitere Welle gibt", sagte Widmann-Mauz zudem. Das Virus verbreite sich deutlich früher als die Erreger in normalen Grippe-Saisonen. Für den gesamten Winter könne noch keinerlei Entwarnung gegeben werden. Die mittlerweile knapp sechs Millionen Impfungen reichten nicht für eine Grundimmunisierung der Bevölkerung aus. 182.000 Krankheitsfälle seien bundesweit gemeldet worden, die Dunkelziffer sei hoch.

Krankheitsverläufe werden gravierender

Von den 77 Menschen, die an Schweinegrippe gestorben seien, hätten 63 schwere Vorerkrankungen gehabt, berichtete Widmann-Mauz. Die Todesrate liege zwar etwas unter der bei saisonaler Grippe, doch seien mit Schwerkranken und Kindern andere Bevölkerungsgruppen betroffen. Experten hatten immer wieder davor gewarnt, dass das Virus mutieren und somit Krankheitsverläufe gravierender ausfallen könnten.

Der deutsche Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte sich am 3. Dezember eine Impfung verabreichen lassen. Nur wenn bei Kranken das Schweinegrippe-Virus tatsächlich nachgewiesen wurde, sollten sie von einer Impfung absehen, teilte das Gesundheitsressort mit. Insbesondere Eltern kleiner Kinder sowie Kinder ab sechs Monaten und Jugendliche sollten verstärkt geimpft werden, da diese ein besonders hohes Erkrankungsrisiko trügen.

Bis Ende November seien 9,6 Millionen Impfdosen ausgeliefert worden. Bis Ende Dezember würden es 20 Millionen sein. Am Montag trifft Rösler mit Ärzte-, Krankenkassen- und Klinikvertretern zu Beratungen zusammen, um gemeinsam die Massenimpfung weiter voranzutreiben.