"Neue Grippe" - Schulbeginn als Gefahr

Kaltes Herbstwetter und der bevorstehende Schulbeginn könnten die "Neue Grippe"-Situation in Österreicher verschärfen. Experten rechnen angesichts dieser Faktoren seit Monaten mit der Möglichkeit einer massiveren Erkrankungswelle durch das Virus A(H1N1). Die klimatischen Bedingungen würden einen Anstieg generell fördern, das regelmäßige Zusammentreffen vieler Menschen könne Infektionsketten verursachen, heißt es.

Für die heimischen Schulen wird es rechtzeitig vor dem Unterrichtsstart am kommenden Montag einen Erlass des Unterrichtsministeriums geben, der präventive Verhaltensweisen regelt. Generelle Schulschließungen sind nicht vorgesehen.

Am 7. September beginnt für alle Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die Schule, in den übrigen Bundesländern ist es am 14. September soweit. Alleine in der Bundeshauptstadt werden dann rund 220.000 Kinder an 670 Standorten die Schulbank drücken, Erkrankungen können sich in diesem Umfeld rascher weiterverbreiten. Präventive Schulschließungen wird es laut Nikolaus Pelinka, Sprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S), nicht geben. Vorgesehen sei das Zusperren einer Schule nur für "spezielle Fälle, wenn es bei Kindern zu besonders zahlreichen Infektionen kommt".

Nur in Einzelfällen, wenn beispielsweise 70 bis 80 Prozent der Schüler krank seien, werde man zu solch einer Maßnahme greifen, betonte Pelinka. Dies sei keine Besonderheit. Auch bei der saisonalen Influenza oder anderen Krankheiten wie Masern werde dies nicht anders gehandhabt.

Gesundheitsministerium entscheidet über Schließungen

Ob eine Schule schließen muss, entscheidet das Gesundheitsministerium, erklärte Pelinka. "Laut Epidemiegesetz muss jeder Fall von "Neue Grippe" der Gesundheitsbehörde gemeldet werden." Wichtig bezüglich einer Schließung sei "das Risiko, die letzten gesunden Kinder anzustecken" und die Frage, "ob es sinnvoll ist den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten". Bei vielen Krankmeldungen bei den Kindern dürfe man nicht vergessen, dass auch ein Großteil der Lehrerschaft betroffen sei.

Das Ministerium will zu Schulbeginn vor allem auf Präventionsarbeit und Information setzen. Ein Erlass, der rechtzeitig zu Schulbeginn in Kraft treten soll, wird laut Pelinka bestimmte Aufgaben für Direktoren, das Lehrpersonal und Schulärzte regeln. Vorgesehen sind dort Schritte zur Informationsweitergabe und Aufklärung der Schüler. Das Thema soll auch im Unterricht behandelt werden, erklärte der Sprecher. Hygiene-Grundregeln wie das vielgepredigte Händewaschen sollen den Mädchen und Buben näher gebracht werden. Bei Verdachts- oder Krankheitsfällen müssten Lehrer ihre Schützlinge auffordern zu Hause und der Schule fern zu bleiben.